UmweltBank Altersvorsorgedepot ab 2027

Finanzwissen Altersvorsorge

Riester-Rente

Was ändert sich durch die Reform der Altersvorsorge?

Diese Seite ist eine Marketingmitteilung.

Die gesetzliche Förderung der privaten Altersvorsorge steht vor grundlegenden Neuerungen. Doch was bedeutet diese Reform für Sie, wenn Sie bereits einen Riester-Vertrag besparen? Müssen Sie jetzt handeln, können Sie Ihren Vertrag unverändert weiterführen oder ist eine Beitragsfreistellung sinnvoll? Und welche Alternativen bietet das geplante Altersvorsorgedepot?

In diesem Ratgeber erfahren Sie, was sich durch die Reform ändert und was Sie jetzt wissen sollten.

Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde eingeführt, um die gesetzliche Rente durch staatlich geförderte private Vorsorge zu ergänzen. Die Förderung durch den Staat umfasst dabei Zulagen und mögliche zusätzliche Steuervorteile. Wie hoch sie individuell ausfällt, hängt insbesondere vom Einkommen, der familiären Situation und der Höhe der geleisteten Eigenbeiträgen ab.

In den vergangenen Jahren wurden jedoch auch Schwächen der Riester-Förderung deutlich. Das liegt insbesondere an hohen Abschluss- und Verwaltungskosten, mangelnder Transparenz und komplexen Förderegeln. Bei kapitalbildenden Riester-Sparprodukten begrenzte zudem die gesetzlich vorgeschriebene vollständige Beitragsgarantie die Möglichkeiten einer renditeorientierten Kapitalanlage für die Altersvorsorge. 

Die Reform verfolgt das Ziel, die staatlich geförderte private Altersvorsorge einfacher, transparenter und kostengünstiger zu gestalten sowie höhere Renditechancen zu ermöglichen.

Was ändert sich durch die Reform?

Mit der Neuregelung soll die staatlich geförderte private Altersvorsorge einfacher und flexibler werden. Das Altersvorsorgedepot rückt dabei die Anlage am Kapitalmarkt stärker in den Fokus, um langfristig bessere Ertragschancen zu ermöglichen. Die Umstellung erfolgt zum 1. Januar 2027. Die Riester-Rente wird also nicht einfach ersatzlos abgeschafft, sondern durch ein neues attraktives Produkt ersetzt.

Die bisherige Riester-Förderung wird somit durch ein moderneres Vorsorgemodell abgelöst. Für Sparer:innen mit bestehendem Riester-Vertrag stellen sich nun konkrete Fragen:

  • Soll ich meinen bestehenden Riester-Vertrag weiterhin unverändert besparen?
  • Ist es sinnvoll, den Vertrag beitragsfrei zu stellen und künftig in das Altersvorsorgedepot zu investieren?
  • Oder bietet sich eine Übertragung des bestehenden Guthabens in das neue Depot an?

Wird die Riester-Rente abgeschafft?

Nein. Zwar können ab 2027 keine neuen Riester-Verträge mehr neu abgeschlossen werden, für bestehende Verträge gilt jedoch Bestandsschutz. Ihr Vertrag läuft unverändert weiter, sofern Sie keine Anpassung vornehmen. Welche Option – Weiterführung, Beitragsfreistellung oder Übertragung – für Sie optimal ist, hängt von den individuellen Vertragsbedingungen ab.

Kann ich meinen Riester-Vertrag auch ab 2027 weiter besparen?

Ja, das ist problemlos möglich. Für bestehende Verträge gelten auch nach dem Start des Altersvorsorgedepots die bisherigen Förderregeln und staatlichen Zulagen. Die Reform selbst verpflichtet Sie zu keiner Änderung – Sie behalten die volle Entscheidungshoheit über Ihren Vertrag.

Daneben haben Sie weitere Optionen:

  • Den Vertrag behalten und auf die neue Fördersystematik umstellen. Die bisherigen Zulagen bleiben dabei erhalten.
  • Den Riester beitragsfrei stellen und ein neues Altersvorsorgedepot eröffnen.
  • Das Guthaben aus dem bisherigen Riester-Vertrag in ein neues Altersvorsorgedepot übertragen.

 

Ob eine Fortführung sinnvoll ist, lässt sich anhand einiger Kernfaktoren beurteilen:

  • Höhe der vertraglich zugesicherten Garantien und Zinsen (insbesondere bei älteren Verträgen oft attraktiv)
  • Höhe der jährlichen Verwaltungskosten
  • Bisher angespartes Guthaben und verbleibende Restlaufzeit bis zum Renteneintritt

 

Soll ich meine bisherige Riester-Rente kündigen?

Im Normalfall lohnt es sich nicht, Ihren Riester-Vertrag zu kündigen. Sie müssen dann alle gutgeschriebenen Zulagen sowie eventuell erhaltene Steuervorteile zurückzahlen. Diese Beträge behält Ihr Anbieter direkt von Ihrem Vertragsguthaben ein. Zusätzlich sind die erwirtschafteten Erträge zu versteuern und es können, je nach Vertrag, Stornokosten anfallen. Möchten Sie Ihren Vertrag nicht mehr aktiv besparen, können Sie ihn auch beitragsfrei stellen lassen.

Vor allem, wenn Sie kurz vor der Rente und damit vor der Auszahlungsphase stehen oder einen Riester-Vertrag mit hohen Garantiezinsen haben, ist eine Kündigung in der Regel nicht ratsam.

Kann man die Riester-Rente umwandeln?

Ab 2027 wird es möglich sein, einen bestehenden Riester-Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen in ein neues Altersvorsorgedepot zu übertragen. Dabei bleibt die staatliche Förderung erhalten. Bei Verträgen mit einer bisherigen Laufzeit von mindestens fünf Jahren ist dieser Wechsel kostenfrei. Bei kürzeren Laufzeiten dürfen Anbieter Wechselgebühren von maximal 150 Euro erheben.

Altersvorsorgedepot der UmweltBank

Sie interessieren sich für die neue Form der staatlich geförderten Altersvorsorge? Die UmweltBank arbeitet bereits an einem eigenen Altersvorsorgedepot, mit dem Sie Ihre private Altersvorsorge transparent und wirkungsorientiert gestalten können. Lassen Sie sich jetzt vormerken und wir informieren Sie, sobald es Neuigkeiten zu unserem Angebot gibt.

Riester oder Altersvorsorgedepot: Die Unterschiede im Überblick

Die beiden Modelle unterscheiden sich vor allem in ihrer Anlagestruktur, den Garantievorschriften und den Förder-Mechanismen:

 

Riester-Rente
(Abschluss bis 2026)

Altersvorsorgedepot
(ab 2027)

Förderung
  • Grundzulage: 
    175 € p. a.
  • Kinderzulage: 
    185 € bzw. 300 € p. a. je kindergeldberechtigtem Kind*
  • Berufseinsteigerbonus:
    200 € einmalig**
  • Grundzulage: 
    bis zu 540 € p. a.
  •  Kinderzulage: 
    bis zu 300 € p. a. je kindergeldberechtigtem Kind
  • Berufseinsteigerbonus: 
    200 € einmalig**
Beitragshöhe und Zulagen
  • Jährlicher Eigenbeitrag zum Erhalt der vollen Zulage: 4 % des renten-versicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens bzw. der Besoldung (max. 2.100 €) abzüglich Zulagen
  • Sockelbetrag: 
    mind. 60 € p. a.
  • Unterschreitung des Mindesteigenbeitrages führt zur anteiligen Kürzung der Zulagen
  • Einkommensunabhängige Förderung: Zulagen gestaffelt nach Eigenbeitrag
  • Grundzulage: 50 % auf die ersten 360 €, dann 25 % bis 1.800 € Eigenbeitrag p. a.
  • Mindesteigenbeitrag: 
    120 € p. a.
  • Kinderzulage: 1 € je Euro Eigenbeitrag, max. 300 € je Kind pro Jahr 
Unmittelbar Förderberechtigte
  • Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Rentenversicherungspflichtige Selbstständige
  • Beamte, Richter:innen, Soldat:innen
  • Alle Riester-Förderberechtigten
  • Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende (mit Steuererklärung)
  • Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen
AnlageklassenAbhängig vom jeweiligen Riester-Produkt
  • Breit gestreute Anlage in Investmentfonds und ETFs möglich
  • Standarddepot: Ein chancen- und ein sicherheitsorientierter Anteil mit automatischer Umschichtung vor Rentenbeginn
BeitragsgarantieGesetzlich vorgeschriebene Beitragsgarantie von 100 %, die für Zulagen und Eigenbeiträge giltKeine gesetzliche Garantiepflicht
Kapitalmarkt-OrientierungKapitalmarktanlage je nach Produkt möglich, durch gesetzliche Beitragsgarantie jedoch begrenztFokus auf Kapitalmarktanlagen: Ohne Garantiepflicht vollständige Investition in Fonds/ETFs möglich, mit entsprechend höheren Chancen und Risiken
Auszahlung
  • Auszahlungsbeginn: Zwischen 60 und 68 (vertragsabhängig)
  • Optionale Entnahme zu Beginn der Auszahlungsphase: 30 % des Riester-Kapitals
  • Auszahlung als lebenslange Rente 
  • Auszahlungsbeginn: Ab 65, spätestens mit 70 Jahren
  • Optionale Entnahme zu Beginn der Auszahlungsphase: 
    30 % des Kapitals
  • Wahl zwischen lebenslanger Rente und befristeten Auszahlungsplan (mind. bis zum 85. Lebensjahr)
KostenJe nach Anbieter und Vertrag unterschiedlichStandarddepot: Gesetzlicher Effektivkostenbegrenzung 
(max. 1 % p. a.)

 

*Abhängig vom Geburtsjahr des Kindes: Kinder, die ab 2008 geboren wurden, erhalten den höheren Betrag.

**Voraussetzung: Zu Beginn des Beitragsjahres (01. Januar) ist das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet.

Was sollten Riester-Sparer:innen jetzt tun?

Wenn Sie einen Riester-Vertrag haben, müssen Sie wegen der Reform nicht sofort etwas unternehmen.

Am besten verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über Ihren bestehenden Vertrag:

  • Vertrag prüfen: Welche Kosten, Garantien und Leistungen sind aktuell vereinbart?
  • Förderung nachvollziehen: Wie hoch waren die bisher erhaltenen Zulagen und Steuervorteile?
  • Persönliche Situation einschätzen: Wie viele Jahre sind es noch bis zur Rente? Können und möchten Sie den Vertrag weiterhin besparen?
  • Optionen abwägen: Vergleichen Sie die Fortführung, Beitragsfreistellung oder spätere Übertragung sachlich miteinander.
  • Vorschnelles Kündigen vermeiden: Vor einer Kündigung sollten Sie die finanziellen und steuerlichen Folgen klären.

 

Die neuen Regeln sind kein Grund für eine pauschale Entscheidung für oder gegen Riester. Entscheidend sind die Konditionen Ihres laufenden Vertrags und Ihre persönliche Situation.

Häufige Fragen zur Reform der Riester-Rente

Nein. Das bisherige Riester-System wird für Neugeschäfte geschlossen, bestehende Verträge laufen jedoch unter dem geltenden Recht weiter.

Ihr Vertrag bleibt unverändert bestehen. Sie können selbst entscheiden, ob Sie ihn weiter zu den bisherigen Konditionen besparen, ihn auf die neue Fördersystematik umstellen, ihn ruhen lassen oder in das Altersvorsorgedepot übertragen.

Eine Beitragsfreistellung eignet sich, wenn Sie vorerst keine weiteren Beiträge einzahlen möchten, ohne jedoch erthaltene Zulagen und Steuervorteile durch eine Kündigung zu verlieren.

Um den Riester beitragsfrei zu stellen, genügt meist ein formloser Auftrag. Bei einer Beitragsfreistellung bleibt das bisher angesparte Kapital im Vertrag erhalten und die bisher erhaltenen Zulagen verbleiben dort.

Zu beachten ist: Während der beitragsfreien Phase erhalten Sie keine neuen staatlichen Zulagen. Die spätere monatliche Rente fällt entsprechend geringer aus. Zudem können je nach Produktvertrag weiterhin laufende Verwaltungskosten anfallen. Für die Beitragsfreistellung genügt in der Regel ein formloses Anschreiben an Ihren Anbieter.

Bei einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren erfolgt die Übertragung kostenfrei. Bei kürzeren Laufzeiten können Gebühren bis maximal 150 Euro anfallen.

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei bestehenden Verträgen sollten insbesondere Förderung, Kosten, Garantien, Guthaben und verbleibende Laufzeit betrachtet werden.

Das Altersvorsorgedepot ist ein Baustein der privaten Altersvorsorge. Es soll ermöglichen, langfristig in Wertpapiere – insbesondere ETFs und Fonds – zu investieren und dabei von einer staatlichen Förderung zu profitieren.