
Geld abheben gehört zum Alltag – und wirkt trotzdem oft erstaunlich kompliziert. Wo ist das Abheben kostenlos? Wie viel Bargeld kann man am Automaten abheben? Und was gilt im Ausland? Hier finden Sie eine umfassende Übersicht rund um Bargeldabhebung, Gebühren, Sicherheitsfragen und praktische Tipps – damit aus dem Gang zum Geldautomaten keine Kostenfalle wird.
Wo kann man Bargeld abheben?
1. Geldautomat: der Klassiker
Der häufigste Weg, Bargeld abzuheben, führt zum Geldautomaten (ATM). Dabei gibt es zwei Varianten:
- Bankautomaten der Hausbank bzw. des Bankverbunds: Hier sind Bargeldabhebungen oft kostenlos.
- Fremde Bankautomaten: Geldabheben ist oft gebührenpflichtig.
Ob Gebühren anfallen, hängt vom Kontomodell und vom Bankverbund ab. In Deutschland gibt es mehrere große Geldautomatenverbünde:
- Cash Group: Zusammenschluss von Commerzbank, Deutscher Bank, HypoVereinsbank und Postbank – Kund:innen dieser Banken können an allen Automaten der Verbundbanken kostenlos Geld abheben.
- Sparkassen-Verbund: Kund:innen aller Sparkassen können an Sparkassen-Automaten bundesweit kostenfrei abheben.
- Genossenschaftlicher Verbund (BankCard ServiceNetz): Volksbanken und Raiffeisenbanken bieten ihren Kund:innen gegenseitig kostenfreie Abhebungen an.
Wer außerhalb des eigenen Verbunds Geld abhebt, zahlt in der Regel eine Fremdnutzungsgebühr – entweder erhoben von der eigenen Bank, vom Automatenbetreiber oder von beiden. Die Gebühr wird Ihnen jedoch vorab auf dem Bildschirm des Geldautomaten angezeigt. Viele Banken bieten aber auch an fremden Automaten kostenlose Bargeldabhebungen an.
Tipp: Geldautomaten finden
In vielen Banking-Apps kann man nach dem nächsten Geldautomaten in der Nähe suchen. Auch Navigationsdienste wie Google Maps bieten die Suche nach Geldautomaten an.
2. Bargeldauszahlung im Einzelhandel
Viele Supermärkte und Drogerien bieten Bargeldauszahlung an der Kasse an. Das ist enorm praktisch, weil dadurch der Weg zum Geldautomaten oder zur nächsten Filiale wegfällt. Allerdings ist dafür meist ein Mindesteinkaufswert nötig (oft zwischen 5 und 20 Euro).
Auch mit den Karten der UmweltBank funktioniert das bei einer Vielzahl von Händlern. So bieten beispielsweise dm, Aldi, Rossmann oder Edeka eine Bargeldauszahlung von bis zu 200 Euro bei einem Einkauf an, häufig schon ab einem Betrag von 10 Euro oder weniger.
Vorteile
- Oft kostenlos
- Keine separate Automatengebühr
Nachteile
- Oft auf eine bestimmte Summe, z. B. 200 Euro pro Vorgang, begrenzt
- Nur während der Öffnungszeiten möglich
3. Geld abheben an der Tankstelle
Auch Tankstellen ermöglichen teilweise Bargeldauszahlungen – ähnlich wie im Einzelhandel. Die Bedingungen variieren je nach Anbieter.
Womit kann man Bargeld abheben?
Abheben mit Girocard
Die Girocard (früher EC-Karte) ist das Standardmittel zum Geldabheben an Bankautomaten in Deutschland, da Sie nahezu überall akzeptiert wird.
Vorteile
- Meist kostenlos an eigenen Automaten
- Das Geld wird direkt vom Girokonto abgebucht
Nachteile
- Im Ausland nicht überall akzeptiert – außerhalb Europas kann die Akzeptanz stark eingeschränkt sein
- An bankfremden Automaten fallen meist Gebühren an
Die meisten Karten sind heutzutage keine reinen Girocards mehr, sondern sogenannte Co-Badge-Kreditkarten. Das ist eine Kombination aus Girocard und Debit-Kreditkarte. Diese Karten können Sie dann auch im Ausland einsetzen. Sie wollen mehr zu den Unterschieden zwischen girocard, Kreditkarte und Co-Badge-Karten wissen?
Abheben mit Kreditkarte
Viele fragen sich: Kann man mit der Kreditkarte Geld abheben? Die Antwort lautet: Ja – aber oft fallen Gebühren an.
Typische Kosten liegen im Bereich von 2 bis 4 Prozent des Abhebebetrags. Dabei greift oft eine Mindestgebühr von 5 bis 7 Euro und es fallen bei einigen Karten ab dem Abhebungstag Zinsen an. Mit der Kreditkarte Geld abzuheben lohnt sich daher vor allem im Ausland oder im Notfall. Werfen Sie daher vorab immer einen Blick auf Ihre jeweiligen Kreditkartenbedingungen.
Dennoch bieten Kreditkartenanbieter auch kostenfreie Bargeldabhebungen, teils sogar im Ausland. Mit der Kreditkarte der UmweltBank können Sie beispielsweise an Geldautomaten im Inland und im Europäischen Wirtschaftsraum kostenfrei Geld in Euro abheben.
Kontaktlos Geld abheben & Geld abheben mit Handy
Mit mobilen Zahlungsmöglichkeiten kommt immer öfer das Smartphone zum Einsatz. Immer mehr Geldautomaten ermöglichen kontaktloses Geldabheben – per Smartphone oder Smartwatch.
Voraussetzungen:
- Eine aktivierte NFC-Funktion
- Die Karte ist in der von der Bank genutzten Wallet-App hinterlegt
- Die PIN-Eingabe am Automaten
Das Verfahren ist technisch sicher und Sie müssen Ihre physischen Karten nicht dabeihaben.
Bargeld einzahlen am Geldautomaten
Viele Bankautomaten ermöglichen nicht nur Bargeldabhebung, sondern auch Einzahlung. Wichtig zu wissen: Nicht jeder Automat akzeptiert Einzahlungen und Münzeinzahlungen sind selten möglich. Darüber hinaus gilt das Angebot meist nur an den Geldautomaten der Hausbank. Die Gutschrift erfolgt teilweise zeitverzögert – meist bis zum nächsten Werktag. Oft werden dafür Gebühren fällig.
Bargeld abheben: Kosten & Gebühren
Ob und wie viel das Geldabheben kostet, hängt von drei Faktoren ab: Wo Sie abheben, womit Sie abheben und wie viel Sie abheben.
- Abheben bei der eigenen Bank: An Geldautomaten der Hausbank oder des eigenen Bankenverbunds ist das Geldabheben häufig kostenlos. Ob Gebühren anfallen, hängt vom jeweiligen Kontomodell ab.
- Abheben an fremden Automaten: Wer einen bankfremden Automaten nutzt, zahlt oft zwischen 3 und 7 Euro pro Abhebung. Die genaue Gebühr wird in der Regel direkt am Bildschirm angezeigt, bevor die Auszahlung erfolgt. Sie können den Vorgang dann noch abbrechen.
- Geldabheben im Ausland: Innerhalb der EU funktioniert das Geldabheben in der Regel unkompliziert und mit ähnlichen Gebühren wie im Inland. Anders sieht es in Nicht-EU-Ländern aus: Hier können zusätzliche Kosten entstehen, etwa eine Auslandseinsatzgebühr von ein bis zwei Prozent des Betrags, ein Wechselkursaufschlag oder eine separate Gebühr des Automatenbetreibers.
Allerdings ist die Girocard nicht in allen Ländern flächendeckend akzeptiert. (Debit-)Kreditkarten sind hier oft die verlässlichere Option.
Tipp: Günstiger Geld abheben im Ausland
Wer im Ausland Bargeld abhebt, sollte nicht nur auf mögliche Gebühren achten, sondern auch auf die Art der Abrechnung. Wichtig: Entscheiden Sie sich am Automaten immer für die Abrechnung in der Landeswährung – nicht in Euro. Andernfalls greift häufig die sogenannte „Dynamic Currency Conversion“. Dabei übernimmt der Automatenbetreiber die Umrechnung – meist zu einem ungünstigeren Wechselkurs. Die vermeintlich transparente Euro-Anzeige ist also oft teurer.
Wie viel Geld kann ich am Automaten abheben?
Die Frage „Wie viel Geld kann man abheben?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gelten in der Regel tägliche Höchstbeträge. Diese sogenannten Abhebungslimits liegen häufig zwischen 500 und 1.000 Euro pro Tag. Im Ausland können zusätzliche Sicherheitslimits greifen, die niedriger angesetzt sind als im Inland. Wer größere Summen benötigt – etwa vor einer Reise oder für eine größere Anschaffung – sollte das Tageslimit rechtzeitig im Online-Banking prüfen und gegebenenfalls anpassen.
Sicherheit beim Geldabheben
Auch an modernen Geldautomaten und in sichersten Umfeldern kann es zu Betrugsversuchen kommen. Typische Maschen reichen von versteckten Zusatzmodulen am Kartenleser über gezielte Ablenkungsmanöver bis hin zu angeblich hilfsbereiten Personen, die in Wirklichkeit auf Ihre PIN oder Ihre Karte aus sind. Daher lohnt es sich, beim Geldabheben achtsam zu bleiben – im Inland wie im Ausland.
Mit diesen Grundregeln können Sie sich vor Betrug schützen:
- Geben Sie Ihre PIN stets verdeckt ein.
- Achten Sie auf ungewöhnliche Aufsätze am Kartenschlitz oder an der Tastatur. Beim sogenannten Skimming werden manipulierte Lesegeräte angebracht, um Kartendaten auszuspähen.
- Halten Sie außerdem Abstand zu anderen Personen.
- Lehnen Sie Hilfeangebote von Fremden freundlich, aber bestimmt ab.
Wenn der Automat Ihre Karte einzieht oder sich seltsam verhält: Bleiben Sie am Gerät und kontaktieren Sie sofort Ihre Bank – oder lassen Sie die Karte sperren, bevor Sie den Ort verlassen:
- In Deutschland erreichen Sie den zentralen Sperr-Notruf unter (+49) 116 116.
- Informieren Sie Ihre Bank und schildern Sie den Vorfall.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei – das ist wichtig für eine spätere Schadensregulierung.
- Prüfen Sie Ihre Kontoumsätze und widersprechen Sie unberechtigten Abbuchungen umgehend.
Tipp: Sperrnummer speichern
Speichern Sie die Notfallnummer zur Kartensperrung (+49 116 116) vorab im Handy ab – im Ernstfall geht dann keine wertvolle Zeit verloren. Diese Nummer gilt auch im Ausland, ggf. mit deutscher Ländervorwahl.
Fazit: Gut vorbereitet zum Geldautomaten
Bargeld abheben ist im Alltag Routine, doch man sollte ein paar wichtige Regeln beachten, denn das spart Gebühren, vermeidet Überraschungen und schützt vor Betrug. Informieren Sie sich vor einer Reise ins Ausland über die Gebühren Ihrer Bank, prüfen Sie Ihr Tageslimit und setzen Sie die Sperrnummer auf Ihr Handy. So sind Sie für jeden Gang zum Automaten gut aufgestellt – egal ob in Deutschland oder weltweit.
Der UmweltBank-Newsletter
- Aktuelles zur UmweltBank, unseren Produkten und nachhaltigen Themen
- Interessenbasierte Inhalte und Finanzimpulse
- Kostenlos in Ihrem E-Mail-Postfach
- Mit wenigen Klicks anmelden und lesen