Baugruppe am Urban Berlin

Vom Krankenhaus zum Wohnquartier

Direkt im Herzen von Berlin, auf einem 26.000 Quadratmeter großen Gelände im Stadtteil Kreuzberg, wird seit 2009 eines der größten gemeinschaftlichen Wohnprojekte der Hauptstadt realisiert. Die Baugruppe „Am Urban” saniert die denkmalgeschützten Gebäude eines ehemaligen Krankenhauses und gestaltet diese zu insgesamt 130 energieeffizienten Wohneinheiten um, die von der UmweltBank finanziert werden.

Überzeugendes Nutzungskonzept

Die historischen Klinkerbauten des Urban-Krankenhauses prägen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts das Stadtbild des Viertels. Als das Gelände 2007 durch den Krankenhausbetreiber zum Verkauf angeboten wurde, schlossen sich langjährige Kreuzberger Einwohner mit dem Wunsch nach bezahlbarem Wohneigentum in ihrem Kiez zu einer Bietergemeinschaft zusammen. Für ihr geplantes Bau- und Nutzungskonzept mit einer Kombination aus Wohn- und Gewerbeflächen sowie sozialen Einrichtungen erhielten sie den Zuschlag.

Bauen mit vielen Vorteilen

Bereits vor der Unterzeichnung des Kaufvertrags war ein Großteil der Wohneinheiten vergeben. Insbesondere in begehrten Innenstadtlagen ist die Nachfrage nach Baugruppenprojekten hoch, denn unabhängig von einem Bauträger kann kostengünstiger und mit einem hohen Maß an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten gebaut werden.

Die Bewohner „Am Urban” sind bunt gemischt – Familien mit Kindern, aber auch Singles und Ruheständler tragen zu einem gemeinschaftlichen Miteinander bei. Zudem wird eines der Häuser von einem gemeinnützigen Zentrum bezogen, das unter anderem ein betreutes Wohnprojekt für psychisch erkrankte Mütter und ihre Kinder beherbergt.

Sanierung und Denkmalschutz

Von den 19 ehemaligen Krankenhausgebäuden wurden 16 kernsaniert und zwei Gebäude sowie ein Kinderspielplatz neu errichtet. Um für das gesamte Areal die bauzeitliche Situation als Basis wiederherzustellen, wurden drei Gebäude zurückgebaut, die in den 1950er Jahren nachträglich errichtet wurden und daher nicht dem historischen Zustand der restlichen Gebäude entsprachen.

Die unter Denkmalschutz stehenden Fassaden konnten nicht mit einer Dämmung versehen werden. Sie wurden jedoch komplett gereinigt und neu verfugt sowie zum Teil um Balkone ergänzt. Die energetische Sanierung konzentrierte sich vor allem auf den Einbau isolierverglaster Fenster sowie Dämmmaßnahmen an Innenwänden, Dach und Kellerdecken. Als Baustoff kam zum Teil das Naturprodukt Lehm zum Einsatz. Die Mehrheit der Gebäude hat nach der Sanierung den KfW-Effizienzstandard 100 erreicht.

Großzügige Wohnfläche

Auf dem von Platanen gesäumten, autofreien Gelände sind sowohl klassische Etagenwohnungen als auch großzügige Reihenhäuser entstanden. Die freitragenden Räume haben zum Teil Deckenhöhen von fünf Metern und erlauben damit eine großzügige Gestaltung der Wohnräume. Dadurch konnten in einigen Wohnungen Galerien eingezogen und somit zusätzlicher Platz zum Wohnen geschaffen werden

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