Was sind ETFs?

Exchange Traded Funds, kurz ETFs, sind Fonds, die einen Index nachbilden. Dementsprechend entwickeln sie sich (fast) so wie der dazugehörige Index. Zum Beispiel bündelt ein DAX-ETF Aktien von allen Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex (DAX®) enthalten sind. Steigt der DAX, steigt auch der dazugehörige ETF. Gleiches gilt natürlich für sinkende Kurse. Da sie sehr ähnlich wie der zugrundeliegende Index performen, nennt man ETFs auch Indexfonds.

Die Vorteile von ETFs

ETFs sind im Vergleich zu manch anderen Finanzprodukten vergleichsweise günstig. Anders als beispielsweise aktiv gemanagte Fonds haben sie kein Fondsmanagement. Dadurch verursachen sie beim herausgebenden Finanzinstitut weniger Aufwand, was sich in niedrigen Gebühren niederschlägt.
Privatanleger_innen können ihre Investition mit wenigen oder sogar nur einem ETF bereits breit streuen. Schließlich investiert man damit stets in viele Unternehmen gleichzeitig. Beliebt ist beispielsweise der MSCI World Index, der die Entwicklung von über 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern widerspiegelt.
Dank der breiten Streuung bauen Privatanleger_innen mit zwei oder drei ETFs bereits ein diversifiziertes Portfolio auf und reduzieren damit ihr Anlagerisiko. Viele ETFs sind zudem sparplanfähig, so dass i. d. R. bereits ab 25 Euro pro Monat investiert werden kann.

Was sind grüne ETFs?

Mittlerweile gibt es viele spezialisierte ETFs; manche konzentrieren sich auf bestimmte Regionen, andere auf Branchen oder Themen. Eine eigene Nische bilden die ökologischen und nachhaltigen ETFs, auch grüne ETFs genannt. Sie versprechen die Vorteile von ETFs mit einer Geldanlage zu verbinden, die auf nachhaltigen Prinzipien beruht. Dafür werden – entsprechend der Ausrichtung des jeweiligen ETFs – nur ausgewählte Unternehmen aufgenommen.

Ein großes Problem sind die fehlenden Richtlinien: Es gibt keine übergreifenden Kriterien oder gar gesetzlichen Vorgaben für grüne und nachhaltige ETFs, weder in Deutschland noch europaweit. Welche Unternehmen in einem vermeintlich nachhaltigen ETF landen, ist stets abhängig von den selbstentwickelten Anlagekriterien des Emittenten. 

Umweltfonds

Für die Umwelt anlegen.

Für die Zukunft sparen.

ESG, SRI & Co.: Welche nachhaltigen ETFs gibt es?

Noch vor zwei Jahren gab es nicht mehr als eine Handvoll nachhaltiger ETFs. Das hat sich stark verändert. Mittlerweile sind viele Fondsgesellschaften  auf den Zug der nachhaltigen ETFs aufgesprungen und bieten in Deutschland rund 150 sogenannte grüne ETFs an. Die wachsende Nachfrage sorgt dafür, dass immer mehr solcher ETFs aufgelegt werden. Entsprechend unübersichtlich wird es.

Am häufigsten finden sich grüne ETFs, die die Kürzel ESG oder SRI im Namen tragen. Sie investieren – so zumindest das Versprechen – in Unternehmen, die besonders hohe Standards haben:

  • ESG ist die Abkürzung für Environmental, Social and Governance, also Umwelt, Soziales und faire Unternehmensführung.
  • SRI steht für Socially Responsible Investment, also sozial verantwortliche Investitionen  

Neben den bereits erwähnten Auswahlkriterien ESG und SRI gibt es Länder- und globale ETFs mit Zusätzen wie „ex Weapons“, „ex Tobacco“, „ex Gambling“ oder „ex Alcohol“. Dann sind aus den normalen Indizes lediglich die entsprechenden Wirtschaftssektoren ausgeschlossen: also Waffen, Tabakwaren, Glücksspiel oder Alkohol.

Halten grüne ETFs, was sie versprechen?

Einen grünen Anstrich verleihen einem ETF auch Begriffe wie Sustainability oder Low Carbon im Namen. Bei Letzterem kommen nur solche Unternehmen in den Index, die einen vergleichsweise geringen CO2-Ausstoß verursachen. Das müssen jedoch längst keine grünen Vorzeigeunternehmen sein. Oft handelt es sich lediglich um Unternehmen oder Branchen, deren Geschäftsfeld grundsätzlich weniger CO2-Ausstoß produziert. Dies sind beispielsweise Dienstleistungsunternehmen.

Grüne ETFs werden von der Finanzpresse gerne hervorgehoben. Schließlich soll hiermit das Beste aus zwei Welten möglich sein: niedrige Gebühren bei hohen Standards in puncto Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Schaut man sich die ETFs jedoch genauer an, tritt schnell Ernüchterung ein. Neben Atomkraftproduzenten tummelt sich sogar die Mineralölindustrie in so manchem „grünen“ ETF. Wie es dazu kommt? Das liegt oftmals am sogenannten Best-in-Class-Prinzip, einhergehend mit wenig umfangreichen und unscharfen Ausschlusskriterien.

Nachhaltige ETFs: Der Best-in-Class Ansatz und hohe Toleranzgrenzen sind die Schwachstellen

Der Emittent, also der Anbieter eines nachhaltigen ETFs, wählt einen bestehenden Index aus, beispielsweise den deutschen Aktienindex DAX®. Aus diesem fließen die – sagen wir – nachhaltigsten 25 Prozent der Unternehmen in den neuen nachhaltigen Index. Dieses Prinzip wird Best-in-Class (Auswahl der Besten) genannt. 

Durch dieses Auswahlverfahren gelangen Unternehmen aus den unterschiedlichsten Gründen in den ETF: Es kann bedeuten, dass eines dieser Unternehmen innerhalb des Index vergleichsweise weniger CO2 produziert. Es heißt aber noch lange nicht, dass das ausgewählte Viertel grundsätzlich aus nachhaltig operierenden Unternehmen besteht, geschweige denn, dass diese Unternehmen ein ressourcenschonendes Geschäftsmodell verfolgen.

Zudem unterscheiden sich die ETFs darin, wie groß die Best-in-Class-Auswahl ist. Bei manchen Anbietern gelangen nur die besten 25 Prozent hinein, bei anderen können es aber durchaus auch die „besten“ 50 Prozent sein. Bei einer so großen Auswahl spielen grüne Kriterien kaum noch eine Rolle, um in den Index zu gelangen. Die Zusammensetzung des vermeintlich nachhaltigen ETF wird so immer beliebiger. 

Darüber hinaus arbeiten manche grüne ETFs mit Ausschlusskriterien. Diese sollen sicherstellen, dass das Geld der Anleger_innen nicht in kontroversen Bereichen, wie zum Beispiel der Rüstungsindustrie, investiert wird. Für die eigentlich ausgeschlossenen Branchen gelten allerdings oftmals Toleranzgrenzen von bis zu 30 %. Wenn der kritisch zu wertende Umsatz eines Unternehmens also unterhalb dieser Schwelle bleibt, kommt es trotzdem in den vermeintlich nachhaltigen ETF.

Genau hinschauen: Wer steckt im grünen Mäntelchen?

Anleger_innen, denen eine wirklich nachhaltige Geldanlage am Herzen liegt, müssen bei grünen ETFs sehr genau hinschauen: Wer bietet den ETF an? Und welche Unternehmen sind im Index? Für ETFs gibt es stets eine Liste aller Positionen, also der Unternehmen, in die investiert wird. Zum iShares Dow Jones Global Sustainability Screened UCITS ETF heißt es beispielsweise: „Der Fonds strebt die Nachbildung der Wertentwicklung eines Index an, der aus Unternehmen weltweit besteht, die im Bereich der Nachhaltigkeit führend sind.“

Klingt gut. Auf der Liste der Positionen tauchen aber unter anderem umstrittene Atomkonzerne auf. Auch die Mineralölindustrie ist mehrfach vertreten, ebenso wie einer der größten Goldminenbetreiber. Flughäfen und Autokonzerne tummeln sich hier ebenfalls. Ob mit diesem ETF tatsächlich eine ethische oder gar ökologische Geldanlage erzielt wird, bleibt fraglich.

Leider ist dieses Beispiel nicht die Ausnahme. Bei vielen ETFs finden sich fragwürdige Unternehmen unter den Positionen.

ETFs sind nach wie vor keine Alternative zu aktiv gemanagten grünen Investmentfonds

ETFs können aus unserer Sicht – zumindest bislang –  keine wirklich grüne Geldanlage bieten. Die zugrunde liegenden Indizes entsprechen nicht ansatzweise den strengen ökologischen und sozialen Kriterien der UmweltBank. Die grüne ETF-Werbung verspricht viel, ein genauer Blick in die ETFs ist aber enttäuschend.

Es lohnt sich einmal mehr beim Thema grünes Geld ganz genau hin zu schauen, gemäß dem Motto erst informieren, dann investieren!

Laurenz Fuchs, Fondsexperte der UmweltBank

Umweltfonds als Alternative zu ETFs

Eine Alternative sind aktiv verwaltete Umweltfonds, die strenge ökologische, soziale und ethische Kriterien erfüllen. Die Fonds sind börsentäglich handelbar und damit eine sehr flexible Anlageform. Im Gegensatz zu einem ETF wählt bei Umweltfonds ein Fondsmanager die Positionen gezielt aus, in die investiert wird. Die Umweltfonds der UmweltBank werden auf Basis von klar definierten und transparenten Anlagekriterien zusammengestellt.

Nachhaltige Geldanlagen bei der UmweltBank

Die Mission der UmweltBank besteht darin, einen Beitrag zum Erhalt einer lebenswerten Welt zu leisten. Auf dieser Basis verpflichtet sich die UmweltBank dazu, ein wertebasiertes Bankgeschäft zu führen.

Als Grundlage dafür gelten die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen als Maßstab. Anders als bei den vorgestellten grünen ETFs überwacht ein unabhängiges Kontrollorgan – der UmweltRat – die Einhaltung dieser selbstauferlegten Kriterien.   

Eine Investition in vermeintlich grüne ETFs bietet die UmweltBank derzeit ganz bewusst nicht an, weil bisher kein Produkt unserem UmweltRating standhalten kann. Nichtsdestotrotz werden wir weiterhin den Markt beobachten und neue ETFs einer ausführlichen Analyse unterziehen.

Gute Gründe für die UmweltBank

Jeder angelegte Euro fließt in nachhaltige Projekte.
Wir beraten von Mensch zu Mensch – ganz ohne Verkaufsdruck.
Wir sind davon überzeugt, dass Geld die Welt verbessern kann.
Mehr als 23.500 Umweltprojekte in über 20 Jahren sprechen für sich.
Wir tragen dazu bei, die Nachhaltigkeitsziele der UN zu erreichen.
Unsere Umweltleistung ist transparent – dank CO2-Bilanz und EMAS-Zertifizierung.

Der UmweltBank-Newsletter

Jetzt abonnieren und auf dem Laufenden bleiben

Jetzt anmelden