Umweltaktien-Wochenrückblick

Weniger Aufträge für Nordex in 2017 – SMA Solar Technology verbessert Marktposition – CropEnergies leidet unter teuren Rohstoffen

Leicht abwärts ging es für den deutschen Aktienindex im Vergleich zur Vorwoche: Der Dax verlor bis Freitagmittag 0,7 Prozent und notierte bei 13.221 Punkten. Jedoch zeigte der US-amerikanische S&P 500-Index noch ein Plus von rund 0,9 Prozent auf 2.768 Punkte. Auch der japanische Nikkei-Index kletterte aufwärts, um 0,8 Prozent auf 23.701 Punkte. Um rund 2 Prozent stieg der chinesische Hang Seng Index, er notierte am Mittag des 12. Januars bei 31.363 Punkten. Der Ölpreis nahm in dieser Woche um rund 2 Prozent ab, ein Barrel Öl der Sorte Brent kostete damit rund 69 US-Dollar. Der Goldpreis für eine Feinunze verbesserte sich um 1 Prozent und lag bei 1.333,0 Dollar. Rauf ging es außerdem beim Euro: Er kostete am Freitagmittag 1,211 US-Dollar, ein Kursplus von 0,8 Prozent.


Wind-Aktien

Die Nordex-Gruppe hat ihren Auftragseingang von Oktober bis Ende Dezember 2017 gesteigert. Im Gesamtjahr 2017 erreichte die Gruppe jedoch nur noch ein Neugeschäft von 2,7 GW (2016: knapp 3,5 GW). Das ist ein Rückgang um rund 23 Prozent. Im vierten Quartal 2017 erhielt der Windkraftanlagen-Hersteller feste Order im Volumen von rund 1,6 Gigawatt (GW). Dies entspricht den Angaben zufolge einem Zuwachs von 12,5 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2016. Laut Nordex erhöhten sich dadurch die flüssigen Mittel auf über 600 Millionen Euro zum 31. Dezember 2017. Insbesondere in der Region Nordamerika verlief das vierte Quartal sehr positiv. Diese erreichte 2017 ein Auftragsvolumen von insgesamt 1,04 GW. Damit stieg deren Anteil am gesamten Auftragseingang von 23,6 auf 38,1 Prozent. In Europa lag das Neugeschäft im Gesamtjahr 2017 bei 1,09 GW, so dass der Anteil von rund 50 auf knapp 40 Prozent zurückging. Wie Nordex auch mitteilte, haben Ende 2017 zwei große internationale Energieversorger 263 Windräder geordert. Insgesamt soll der Hersteller drei Windparks mit einer installierten Leistung von rund 820 MW bestücken. Die Lieferung soll im Sommer 2018 beginnen.

Erfolge für die PNE Wind AG aus Cuxhaven: Die WKN AG – eine Tochter des Windkraft-Spezialisten –  hat Ende 2017 zwei Projekte verkauft, die französischen Windparks Longèves und Riaucourt. Käufer ist der Quaero European Infrastructure Fund. Der Windpark Longèves liegt in Westfrankreich und umfasst drei Windkraftanlagen des Typs Nordex N117 mit jeweils 3 MW Leistung, er ging Ende 2017 in Betrieb. Dieser Verkauf betrifft das Unternehmensergebnis 2017. Das Projekt Riaucourt umfasst insgesamt fünf Anlagen im Nordosten Frankreichs. Je nach Anlagentyp wird die Gesamtleistung des Parks bis zu 12 Megawatt betragen. Realisierung und Bau sollen 2019 erfolgen. Diese Veräußerung fließt in das Ergebnis des Geschäftsjahres 2018 ein. Außerdem meldet PNE Wind den Erfolg in einer türkischen Wind-Ausschreibung: Das Projekt "Köseler" (71,4 MW) erhielt Ende Dezember 2017 bei der Ausschreibung von 260 MW in der windreichen Canakkale Region (Westtürkei) einen Zuschlag. Insgesamt beteiligten sich Projekte mit rund 5.000 MW, damit war das Volumen vielfach überzeichnet. PNE Wind hatte über ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft PNE Wind Yenilenebilir Enerjiler Ltd. Şti. teilgenommen.


Solar-Aktien

Die SMA Solar Technology AG ist 2017 einer der erfolgreichsten Dienstleister im Bereich Solar gewesen. Unter den Top-Anbietern im Geschäftszweig O&M – Betriebsführung und Wartung für Solaranlagen – konnte SMA die Position 2017 ausbauen und verbessern. Das teilte das Unternehmen anlässlich der von GTM Research veröffentlichten Studie "Global Solar PV O&M 2017 – 2022" mit. Im Ranking aller O&M-Anbieter liegen die Hessen nach der Studie insgesamt weltweit an siebter Stelle. In der Kategorie „Wechselrichter-Produzenten“ ist SMA in der Region Nordamerika laut der Studie führend. Weltweit wird das Unternehmen aus dem hessischen Niestetal an zweiter Position gesehen und damit im Vergleich zu 2016 einen Rang höher angesiedelt.

Noch ein harter Schlag für die insolvente Phoenix Solar AG: Mit Tim P. Ryan wird der Vorstand aus dem international tätigen Unternehmen ausscheiden. Die Modalitäten werden offenbar derzeit verhandelt. Am 27. Dezember 2017 hatte Ryan noch 3.135 Phoenix-Solar-Anteilsscheine zu je 0,285 Euro verkauft.


Bioenergie-Aktien

Mehr Umsatz, aber weniger Gewinn: Das ist die Bilanz von Bioethanol-Hersteller CropEnergies AG nach 9 Monaten. Das Mannheimer Unternehmen hat die endgültigen Zahlen vorgelegt. Preisschwankungen für Bioethanol und höhere Rohstoffkosten machen ihm nach wie vor zu schaffen. CropEnergies erwartet deshalb weiterhin einen Ergebnisrückgang in dem noch bis Ende Februar laufenden Geschäftsjahr 2017/18. Die zur Südzucker-Gruppe gehörende Gesellschaft produziert in ihren Bioraffinerien neben Ethanol auch Lebens- und Futtermittel. Dank einer guten Produktionsauslastung konnte das Unternehmen zwischen März und November 2017 seine Erlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar um gut ein Fünftel auf knapp 679 Millionen Euro steigern (wir hatten über die vorläufigen Zahlen berichtet). Das operative Ergebnis erreichte aber mit 59 Millionen Euro nur das Niveau des Vorjahres. Im dritten Quartal verzeichnete CropEnergies lediglich noch ein leichtes Umsatzplus von knapp 2 Prozent auf rund 219 Millionen Euro. Das operative Ergebnis sank von knapp 18,5 Millionen Euro auf rund 12 Millionen Euro, wobei hier auch Instandhaltungskosten zu Buche schlugen. CropEnergies rechnet nach wie vor für 2017/18 mit einem operativen Gewinn zwischen 65 bis 85 Millionen, nach 98 Millionen Euro im Vorjahr. Den Umsatz sieht das Management unverändert in einer Bandbreite von 880 bis 920 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2016/17 hatte das Unternehmen Erlöse in Höhe von 802 Millionen Euro verbucht.


Der Text spiegelt die Meinung des Autors/der Redaktion des ECOreporter und nicht unbedingt die der UmweltBank AG, Nürnberg, wider.