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Bunt bemützte Wichtel tollen im Nürnberger Reichswald herum. Auf Initiative engagierter Eltern wurde ein altes Pumpenhaus zum Kindergarten, mitfinanziert von der UmweltBank.

Ein Freitag im Januar. Nicht nur zum Schneemann bauen wagen sich die 36 Wichtel des Nürnberger Naturkindergartens in die Kälte. Sie sind jeden Tag im Wald. Ob’s regnet oder schneit, früh um Acht wird losgestapft. Bunt bemützt. Warm und wasserfest verpackt. Gegen Minusgrade helfen Hampelmann und Hügelrutschen.

Frischluft für Stadtkinder
Ihr Ziel für heute ist der „Stolperplatz“, ein ungenutzter Platz am Waldweg. Benannt wurde er nach den kreuz und quer liegenden Ästen. Ideale Baumaterialien für Burg und Klettergerüst. Beides haben die kleinen Rotnasen selbst mitgezimmert. Bevor es ans Werkeln geht, kommt aber erst das zweite Frühstück. Die Knirpse packen routiniert die Isomatten aus dem Rucksack. Lena hilft dem Küken Anna mit der Thermoskanne. Vor dem Brote knabbern wird das Programm besprochen. Heute: nach Lust und Laune spielen und Eisbär-Nachtisch basteln.
In Dänemark gibt es Waldkindergärten seit den 70er Jahren. In Deutschland sind es mittlerweile über 70. Das Nürnberger Projekt läuft seit 1997. Träger ist ein Elternverein. Die Drei- bis Sechsjährigen sollen den Wald mit allen Sinnen entdecken. Unbeschwert werkeln und herumtollen. Statt Asphalt und engen Räumen: Licht, Luft und Grün für Stadtkinder.

Steinmonster jagen
„Schaut mal, wir sind Äffchen“, ruft Sina und turnt die Kletterstangen hinauf. Felix und Xaver wollen lieber das Steinmonster jagen, das irgendwo hinter dem Hügel hausen muss. Juri erforscht mit seinem Hammer zugefrorene Wasserpfützen. „Nur bei Sturm und Gewitter ist es im Wald zu gefährlich,“ erklärt Erzieherin Jana Rogler. „Dann bleiben wir im Kindergartenhaus. Wenn es regnet, wird einfach eine Plane aufgespannt.“

Kindergarten in der Natur
Drinnen sind die Waldwichtel ab dem Mittagessen. Nur wenn eines in die Hose pinkelt, geht eine Erzieherin mit ihm zurück ins Haus. Anders als in Dänemark und in anderen Bundesländern braucht ein bayerischer Ganztageskindergarten einen festen Raum, um anerkannt zu werden. Deshalb organisierten engagierte Eltern ein leer stehendes Pumpenhaus im Nürnberger Reichswald. In die ehemalige Maschinenhalle wurde eine Decke eingezogen. Zwei Gruppenräume, Küche, Bad und Büro eingebaut. Im Windfang ist Platz für schlammige Stiefel von allen Kindern und sechs Erzieherinnen. Finanziert wurde der Großumbau über öffentliche Gelder, Spenden, ein Baudarlehen der UmweltBank und das Betreuungsgeld der Eltern. Für das erste Kind liegt es bei 225 Euro im Monat inklusive Mittagessen. Das ist vegetarisch und stammt vom eigenen Koch. Das Lieblingsgericht der meisten Wichtel gibt es heute nicht: Pfannkuchen mit selbstgesuchten Heidelbeeren.

Stand: Frühjahr 2003

Weitere Informationen:
www.waldwichtel-nuernberg.de