Telefon: 0911 5308-123

Montag bis Freitag 8 - 18 Uhr

Über unsSparenWertpapiere & VorsorgeKrediteOnline-Banking

Mit Windkraft gemahlen

 

Kreditbeispiel


-


weitere Kreditbeispiele


Zu den Formularen

 

-

Familie Hüttner bleibt der Tradition ihres Handwerks treu und arbeitet doch sehr modern. In Gütter bei Magdeburg wird das Korn mit Windkraft gemahlen und Schrot im eigenen Laden verkauft. Der UmweltBank gefiel das Projekt und die Kreditkonditionen gefielen den Hüttners.

Eine Geschichte fast wie im Märchen: Die junge Müllerstochter Liane Zänker geht nach Berlin, um das Stahlbauen zu studieren. Lernt Gerald Hüttner kennen. Heiratet ihn. Ein Sohn wird geboren. Die Familie kehrt zurück nach Gütter, östlich von Magdeburg. Ihr Mann geht beim Schwiegervater in die Lehre und übernimmt 1992 die Mühle Zänker.

Wie die Mühle Flügel bekam
Als sich die Hüttners 1985 vom Ingenieur-Sein in der Großstadt verabschieden, wollen sie auf dem Land wohnen und dort ihre Kinder groß ziehen. Zudem ist die Müllerei seit Anfang des Jahrhunderts in der Familie Tradition.
Als der frisch gebackene Meister Gerald Hüttner sieben Jahre später die Mühle vom Schwiegervater übernimmt, rüstet er sie zuerst einmal auf. Zehn Tonnen Roggenmehl werden seither pro Tag gemahlen, mehr als doppelt so viel wie zuvor.

Den Hüttners ist aber angesichts drückender Energiekosten klar: Ihrer kleinen Mühle reicht das nicht zum Überleben. Also besinnen sich die beiden Ex-Ingenieure erneut auf die Tradition. Liane Hüttners Ur-Großvater hatte bereits das Getreide in einer Mühle mit Wasserrad zu Mehl und Schrot gemahlen. In der vierten Müllergeneration entscheiden sie sich dann nicht für Wasser, sondern für den Wind.
Seit 1995 drehen sich die Flügel ihrer einige hundert Meter entfernt stehenden, 46 Meter hohen Windkraftanlage. Wenn der Wind nicht bläst, treibt der Strom aus dem Netz die Mühle an. Bläst der Wind und die Mühle steht still, liefert die Windkraftanlage Strom ins Netz. Insgesamt wird mehr Strom produziert als die Mühle verbraucht.

Roggenmehl und Ökobier
Ein weiteres Standbein des Familienbetriebs ist der Mühlenladen. Dort verkauft Liane Hüttner Ökobier, Ziegenkäse und Obstsäfte aus der Region, Futter für Haustiere und natürlich frisch gemahlenes Roggenmehl. Die rührige Müllerin ist fürs Geschäftliche zuständig. Sie wirbt auf Wochenmärkten für ihre Produkte und lockt mit Mühlenfesten neue Kunden an.
Mit Erfolg. Von den 14 Mühlen um Magdeburg, die es vor 100 Jahren gab, hat allein die Mühle Zänker alle wirtschaftlichen Turbulenzen, den Wandel der Gesellschaftssysteme und die Frage der Nachfolge überlebt. „Zu DDR-Zeiten hat sich mein Vater auf Roggenmehl spezialisiert und so seine Nische gefunden, “ erklärt Liane Zänker.

Investition hat sich gelohnt
Später war der Bau der Windkraftanlage ein wichtiger Schritt: „Die Investition hat sich für uns gelohnt.“ Ob die Kinder Kilian und Malwine die Mühle übernehmen, steht noch in den Sternen. Eines jedoch steht fest: Hüttners sind mit Leib und Seele Müller.

Stand: Herbst 2002