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Daniel Wehmeyer hat nach eigenen Angaben „den schönsten Beruf der Welt“: Der junge Landwirt züchtet in seinem Bioland-Betrieb eine fast ausgestorbene Rinderrasse und beweidet mit diesen Viehherden ein Naturschutzgebiet im Harz. In Düna bei Osterode entsteht derzeit sein von der UmweltBank finanziertes Energiesparhaus – direkt neben dem Rinderstall.

Der junge Landwirt züchtet in seinem Bioland-Betrieb eine fast ausgestorbene Rinderrasse

Der 29-Jährige hat seinen Traum verwirklicht. „Für mich stand schon im Kindergarten fest: Ich möchte Bauer werden.“ Während er davon erzählt, sitzt der Ökolandwirt auf der Weide inmitten seines „Harzer Roten Höhenviehs“, das er seit 13 Jahren züchtet.

Obwohl er nicht auf einem Bauernhof aufwuchs, ging Daniel Wehmeyer konsequent seinen Weg. Bereits mit neun Jahren begann er mit seinem Vater rund um seine Heimatgemeinde Heu vom Wegesrand zu ernten: Futter für seine beiden Ponys. Am Ende hatte er soviel, dass er sogar Heu an benachbarte Viehhalter verkaufen konnte – sein erstes selbst verdientes Geld.

Heu von Harzer Bergwiesen

Da die Heuvermarktung sehr gut lief, suchte er mit Unterstützung seines Vaters weitere Flächen – und fand sie in den Bergwiesen der Umgebung, die über Jahrhunderte zur Beweidung genutzt worden waren. Mit dem Niedergang der Nebenerwerbslandwirtschaft im Harz lagen diese Flächen seit den 1960er Jahren brach. 1992 boten Daniel Wehmeyer und sein Vater einigen Besitzern die Pflege der Bergwiesen an und konnten damit die Flächen kostenlos zur Heuernte nutzen.

Die Einrichtung des Naturschutzgebietes Hainholz/Beierstein 1998 trug schließlich zum Start der Tierhaltung auf dem Landwirtschaftsbetrieb von Familie Wehmeyer bei: Die einzigartige Südharzer Gipskarstlandschaft, die je zur Hälfte aus Wald und Grünland besteht, sollte weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden, allerdings unter strengen Naturschutzauflagen: keine Düngung, Beweiden nach Beweidungsplan und späte Schnittzeiten. Die Ansiedlung einer vom Aussterben bedrohten, heimischen Rinderrasse wurde dabei sehr begrüßt.

Vater Dieter Wehmeyer bewarb sich und erhielt den Zuschlag. Auf den gepachteten Flächen begann er mit Sohn Daniel die extensive Viehhaltung unter Naturschutzbedingungen. „Es war gar nicht so einfach, Zuchtvieh zu bekommen, da die wenigen Hobbylandwirte, die es gab, selbst nur sechs, sieben Tiere hatten“, erinnert sich Dieter Wehmeyer.

Jungbauer mit 16 Jahren

Der Junior war damals gerade 16 Jahre alt. Nach einer landwirtschaftlichen Ausbildung in einem Biobetrieb in der Nähe von Oldenburg übernahm Daniel Wehmeyer die Rinderzucht hauptberuflich – einer von nur drei Vollerwerbsbetrieben mit dem Harzer Roten Höhenvieh in Deutschland. Heute umfasst der Betrieb 210 Rinder.

Neben dem Verkauf von Zuchttieren lebt der Bioland-Betrieb vom Getreideanbau und der Direktvermarktung von Biofleisch. Abnehmer sind Privatkunden sowie Gastronomiebetriebe aus der Region, die mit dem Harzer Roten Höhenvieh auf ihrer Speisekarte werben. „Wenn genug Bestellungen vorliegen, wird ein Bulle geschlachtet. Das dauert in der Regel 14 Tage“, so Daniel Wehmeyer. Neben Steak und Filet verkauft er auch Bratwurst aus eigener Fertigung. „Nur Rindfleisch und Gewürze, absolut ohne Zusatzstoffe“, wie er betont.
Energetisches Eigenheim

Energetisches Eigenheim

Der engagierte Junglandwirt hat bereits weitere Pläne. Die Fleischvermarktung soll optimiert werden, und derzeit entsteht direkt neben dem Stall ein energetisches Einfamilienhaus für ihn und seine Frau, die im benachbarten Herzberg am Gymnasium unterrichtet.

Auch der Neubau folgt den Prinzipien sinnvoller Nutzung der vorhandenen Ressourcen und Energieeffizienz. Neben einer Solarthermieanlage sorgt eine Holzvergaserheizung für Wärme. Betrieben wird sie mit Hölzern aus der Landschaftspflege: Um eine Ausdehnung der Waldflächen im Naturschutzgebiet zu begrenzen, werden sie regelmäßig zurückgeschnitten. Die Holzreste werden zwei Jahre getrocknet und dann verfeuert. Noch vor dem Winter will das Paar sein neues Eigenheim beziehen.

Förderung durch UmweltBank

Finanziert wurde der Neubau mit KfW-70-Standard von der UmweltBank, die bereits die Photovoltaikanlage auf dem elterlichen Stall mit einem Solarkredit gefördert hatte. „Mein Vater war 2006 der erste im Ort, der Solarstrom produzieren wollte. Die Hausbank hatte keine Erfahrung mit Solarfinanzierungen, und der Installateur riet ihm, mal bei der UmweltBank anzufragen. Die Beratung und Abwicklung waren super, und so bin ich mit meiner Baufinanzierung auch dort gelandet“, erinnert sich Daniel Wehmeyer. Und wenn das nächste Projekt ansteht, wird er wieder anfragen – auch eine Biogasanlage kann sich der engagierte Ökolandwirt für die Zukunft vorstellen. www.roteshoehenvieh.com    Artikelende

Harzer Rotes Höhenvieh


Stand: August 2011

 

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