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Saubere Energie und innovative Forschung

 

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Die UmweltBank unterstützt eine außergewöhnliche Kooperation zwischen alternativer Energiewirtschaft und Wissenschaft: Die von der grünen Förderbank finanzierte Biogasanlage im hessischen Wettesingen produziert nicht nur Strom und Wärme, sondern dient auch als Forschungsobjekt für Studenten und Wissenschaftler der Universität Kassel. Bank & Umwelt stellt das innovative Projekt vor.


Die Biogasanlage in Wettesingen, etwa 30 Kilometer nordwestlich von Kassel, ist ein gutes Beispiel für einen lokalen Stoffkreislauf: Die Produktion Erneuerbarer Energien erfolgt aus Ressourcen, die in der näheren Umgebung angebaut worden sind.

Gesellschafter der BBB Biogas Breuna Betriebsgesellschaft sind mehrere Forscher der Universität Kassel sowie der technische Agrarwirt Ingo Baake. Er führt in Wettesingen, einem Ortsteil von Breuna, einen landwirtschaftlichen Betrieb und stellte die Fläche zur Errichtung der Anlage sowie die fachliche Kompetenz im Pflanzenanbau zur Verfügung. Die Wissenschaftler ihrerseits brachten das technische Know-how für das Anlagenkonzept ein.

Optimale Energieausbeute
m März 2007 ging die Biogasanlage mit einer Leistung von 500 kW in Betrieb. Besonderheit des Projekts: Durch eine Mehrfachverwertung der eingesetzten Rohstoffe wird ein optimaler Energieertrag erzielt. Marco Ohme, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wasser, Abfall, Umwelt der Uni Kassel und Geschäftsführer der Gesellschaft, erläutert: „Neben Strom und Wärme entstehen bei der Biogasproduktion zusätzlich natürliche Gärreste, die zur Düngung in der Landwirtschaft sowie zur Produktion von Brennstoff-Pellets genutzt werden können.“

Die gesamte Anlage besteht dabei aus mehreren Komponenten: Zunächst wird die Biomasse in der Gäranlage mit Hilfe von Bakterien verarbeitet. Das dabei entstehende Biogas wird dann in einem Blockheizkraftwerk mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) für die dezentrale Strom- und Wärmeproduktion genutzt.

Strom für 1.000 Haushalte
Der produzierte Strom wird in das Netz des örtlichen Energieversorgers eingespeist. Mit der zusätzlich erzeugten Wärme werden zwei Wohnhäuser sowie der Schweinestall von Landwirt Baake beheizt. Darüber hinaus ist geplant, über ein Nahwärmenetz eine nahegelegene Gärtnerei, eine Mehrzweckhalle sowie mehrere Privathaushalte in Wettesingen mit Wärme zu versorgen.

Insgesamt werden 4,2 Mio. kWh Strom pro Jahr produziert, das entspricht in etwa dem Verbrauch von 1.000 Vier-Personen-Haushalten. Die Wärmeproduktion beträgt ca. 4,0 Mio. kWh im Jahr, vergleichbar mit der Heizleistung von 400.000 Litern Heizöl. Im Vergleich zu fossilen Energieträgern können so bis zu 30 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden.

Rohstoffe aus der Umgebung
Die Rohstoffe zur Biogasproduktion stammen zum größten Teil aus dem landwirtschaftlichen Betrieb von Miteigentümer Baake. Außerdem hat die Gesellschaft Lieferverträge mit Landwirten im Umkreis von etwa acht Kilometern abgeschlossen. Benötigt werden täglich etwa 30 Tonnen Biomasse, die zu 50 Prozent aus Mais bestehen, zu 30 Prozent aus Trockenmist sowie zu je 10 Prozent aus Ganzpflanzensilage und Zuckerrüben.

Gärrest wird weiterverarbeitet
Bei der Verarbeitung von Biomasse zu Biogas entsteht ein Rückstand, der sogenannte Gärrest. Der flüssige Teil wird als natürlicher Dünger für Ackerflächen verwendet. Die örtlichen Landwirte können somit auf den Zukauf von herkömmlichem Mineraldünger verzichten.

Zur Verarbeitung des festen, torfähnlichen Anteils am Gärrest hat das Projektteam ebenfalls eine Möglichkeit der Weiterverarbeitung entwickelt: In einer von den Anlagenbetreibern selbst konzipierten Trocknungsanlage wird der Gärrest getrocknet und anschließend zu Pellets gepresst.

Anlage als Forschungsobjekt
Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Uni Kassel wurden Untersuchungen zu Brennwert und Emissionsverhalten dieser Pellets durchgeführt. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Emissionen bei der Verfeuerung von Gärrest-Pellets unter den gesetzlichen Abgasnormen bleiben. Die Pellets sind außerdem bei etwa gleichem Brennwert in der Produktion ca. 25 Prozent günstiger als Holzpellets. Zu Beginn der Heizphase im Herbst 2010 sollen diese Brennstoffe an der örtlichen Grundschule in Breuna sowie in einem Hallenbad erstmals in einem Großversuch als Energieträger eingesetzt werden.

In der Trocknungsanlage, die ebenfalls von der Biogasanlage mit Wärme versorgt wird, kann neben den Gärresten auch Getreide für die örtlichen Landwirte getrocknet werden. Somit wird die Energie nicht nur klimafreundlich produziert, sondern auch optimal und sinnvoll genutzt.

Mit diesem Pilotprojekt soll gezeigt werden, dass die Effizienz von Biogasanlagen bei der Energieproduktion erheblich gesteigert werden kann. Darüber hinaus dient die Anlage zahlreichen Studenten der Uni Kassel als praktisches Anschauungsobjekt.

Optimierte EEG-Förderung
Bei der Förderung der produzierten Energie wurden die Möglichkeiten des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) voll ausgeschöpft. Der aus Biogas erzeugte Strom erhält eine Grundvergütung nach dem EEG, dazu kommen Boni für die Art der Trocknung und die verwendeten Rohstoffe. Die Wärmeerzeugung durch das Blockheizkraftwerk wird mit einem KWK-Bonus gefördert.

Partner UmweltBank
Das Projekt passt mit seinem Effekt für den Klimaschutz und mit seiner Innovationskraft ideal zur Philosophie der UmweltBank und ist ein Musterbeispiel für die Verbindung von Ökologie und Ökonomie.

Für die Betreiber war die grüne Förderbank von Anfang an der richtige Partner. „Die Erfahrung der UmweltBank bei Projektfinanzierungen im Umweltbereich hat für uns eine große Rolle gespielt. Wir hatten sofort das Gefühl, unser Kreditberater weiß, worauf es für uns als Biogasanlagen-Betreiber ankommt“, lobt Geschäftsführer Marco Ohme die Zusammenarbeit.

Die UmweltBank hat die Biogasanlage einschließlich der Erweiterung um die Trocknungsanlage komplett finanziert und damit einen weiteren Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen geleistet.

Bioenergiedorf Wettesingen
In Wettesingen sind die nächsten Schritte bereits geplant: Die Gemeinde möchte „Bioenergiedorf“ werden. Dazu muss ihr Strom zu 100 Prozent und ihre Wärmeversorgung zu 50 Prozent aus Erneuerbaren Energien stammen. Die Erweiterung der Biogasanlage in Breuna soll dazu einen entscheidenden Beitrag leisten.



Stand: September 2010