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UmweltBank finanziert Energiesparmeister

 

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So dämmte Familie Conradi mit Korkschrot und Lehm

Die bestehenden Denkmalschutzauflagen führten dazu, dass die Wärmedämmung im Altbau auf der Innenseite der Wand angebracht wurde. Dazu wurden Lehmbauplatten auf eine Unterkonstruktion befestigt und mit der biologischen Pappe „pro Klima“ luftdicht an die Blendrahmen der Fenster angeschlossen. Nach dem Auftrag von Lehmputz wurden Zellulose-Flocken „Isofloc L“ als Isolierung in die Unterkonstruktion hinter die Platten eingeblasen. Beim Auftrag des Innenputzes wurde keine Dampfsperrfolie benutzt, da Lehm und Zelluloseflocken kapillarleitfähige Materialien sind.

Sanierung zweischaliges Mauerwerk
Zusätzlich wurde Korkschrot in den 6,5 cm tiefen Zwischenraum der zweischaligen, insgesamt 30,5 cm starken Ziegelwand eingeblasen. Die raumseitige Temperatur der Außenwand ist messbar wärmer. Vorteil: Warme Wände schwitzen nicht, und die Heizkosten sinken rapide. Schon bei einer Wärmeschichtdicke von 6 cm verringert sich der Wärmeverlust um 50 Prozent, wie aktuelle Messreihen des Labors für ökologisches Bauen zeigen.

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ZDF.umwelt und die vom Bundesumweltministerium geförderte Kampagne „Klima sucht Schutz“ prämierten die zehn Energiesparmeister 2005. Einer der Preisträger war Familie Conradi aus Lübeck – die ökologische Sanierung ihres historischen Wohnhauses wurde durch die UmweltBank finanziert.


Unter dem Motto „Täglich wird viel Geld verheizt, und die Energiekosten steigen. Machen auch Sie Schluss damit und werden Sie Energiesparmeister“ haben ZDF.umwelt und CO2online mit ihrer Kampagne „Klima sucht Schutz“ im vergangenen Oktober zum Wettbewerb aufgerufen. Im Mai 2005 wurden die zehn besten Familien für ihr CO2-reduzierendes Verhalten in den Bereichen Heizung, Strom und Verkehr ausgezeichnet.

Georg Conradi ist Architekt und Professor für Bauwesen an der Lübecker Fachhochschule und beschäftigt sich besonders mit dem Thema „Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen“. Als Energiesparmeister wurden er und seine Familie ausgezeichnet, weil sie durch ihren bewussten Umgang mit Energie im Alltag und durch die umfang- und ideenreichen Maßnahmen zur Sanierung ihres historischen Fachwerkhauses ein Beispiel liefern, das andere zum Nachmachen motivieren soll.

Historisches Gebäude wird zum Niedrigenergiehaus
Das 1893 errichtete massive Ziegelgebäude ist ein ehemaliges Fischerhaus, das Grundstück mit den alten Apfelbäumen reicht bis an die Trave. Im Jahr 2000 haben die Conradis das Anwesen gekauft, um hier ihre Vorstellungen von einem umweltbewussten Wohnen umzusetzen. „Wir wollen nicht nur von Klimaschutz reden, sondern aktiv den CO2-Ausstoß verringern und zeigen, dass durch den Einsatz von traditionellen Naturmaterialien wie Lehm und Kork dies auch bei historischen Gebäuden möglich ist“, erklärt Georg Conradi.

Dämmen mit Kork und Lehm
Um das Gebäude zu dämmen ohne das historische Mauerwerk abtragen zu müssen, wurde Kork in den Zwischenraum des zweischaligen Mauerwerkes gepustet und von innen eine dicke Lehmschicht aufgetragen. Das isoliert nicht nur gut, die Lehmwände sehen auch wunderschön aus – so verzieren z. B. glänzende Perlmuttstückchen, die in den Lehm gemischt wurden, die Wände im Zimmer der Tochter Luna. Aber nicht nur die gemütliche Atmosphäre überzeugt, sondern auch die Dämmwerte: Familie Conradi gelang es durch den Aufbau ihrer Wanddämmung den Wärmedurchgangswert
(U-Wert) von 1,53 W/m2k auf 0,34 W/m2k zu senken.

Wärme wie im Brutkasten
Neben den Maßnahmen zur Wärmedämmung war die Erneuerung der Heizungsanlage ein weiterer Schwerpunkt. Familie Conradi ersetzte die alte Elektroheizung durch eine Gasbrennwerttherme (Primärenergie-Verbrauch 83,4 kWh/qm/Jahr). Im Wohnzimmer schafft ein Lehmgrundofen wohlige CO2-neutrale Wärme. Besonders auffallend ist, dass es im ganzen Haus keine klassischen Heizkörper gibt – vielmehr wurden Lehm-Heizplatten als Strahlungswände an ausgesuchten Stellen eingearbeitet. So wurde beispielsweise genau dort, wo Frau Conradi am Schreibtisch sitzt, eine Wärmeplatte eingebaut, die ihr bei der Arbeit den Rücken wärmt. Wie die Küken im Brutkasten werden die Conradis in ihrem Haus mit Wärme bestrahlt. Das ist nicht nur gemütlich, sondern auch energiesparend. „Wir heizen nur da, wo wir es brauchen“, erklärt Georg Conradi. Außerdem verpufft die Wärme nicht in der Luft, sondern hält sich lange in den Lehmwänden.

Energiesparendes Bauen rechnet sich
Auf dem in Holzrahmenbau erstellten neuen Südanbau installierte Familie Conradi zusätzlich eine 1,79 kWp-Photovoltaik-Anlage. Das Gesamtpaket der ökologischen Maßnahmen führte in diesem Fall zu ca.15 % höheren Baukosten. Investitionen die sich im Hinblick auf den ökologischen Erfolg und die reduzierten Energiekosten rechnen. Die aufgestellte Energiebilanz zeigt: Der jährliche Energieverbrauchswert konnte von 146 kWh/m2 auf 78 kWh/m2 gesenkt werden. Die CO2-Emissionen gingen von jährlich 40 kg/m2 auf 17 kg/m2 zurück. Zudem erhöhen die Maßnahmen den Wert des Hauses und machen es zukunftsfähig.

Je ökologischer, desto besser die Zinsen
Das Haus der Familie Conradi ist eine von über 1.200 ökologischen Baumaßnahmen, die die UmweltBank bis Ende 2005 finanziert hat. Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser oder ökologische Altbausanierungen – bei einer Finanzierung mit der UmweltBank beeinflusst jeder Bauherr seine Zinsen direkt über die ökologische Qualität seines Hauses. Je ökologischer der Hausbau, desto besser werden die Konditionen. Alle öffentlichen Mittel, die in Frage kommen, werden automatisch in das ganz persönliche Finanzierungspaket integriert. Damit ökologisches Bauen für den Bauherrn so günstig wie möglich ist.

Stand: Dezember 2005