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Strahlende Zukunft: Sonne statt Atom

 

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Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern ist „Seebad“ an der Ostsee seit 1886 – bekannt geworden ist der Ort dann als Standort des größten Kernkraftwerks der DDR – und in einigen Jahren soll er wieder nichts anderes sein als ein attraktives Seebad, mit Strom versorgt von der Energie der Sonne.


Der Standort Lubmin, 20 Kilometer nordöstlich von Greifswald, war der Stolz der DDR-Energiewirtschaft. 11.000 Mitarbeiter beschäftigte das größte Kernkraftwerk Ostdeutschlands zu Spitzenzeiten. Die vier 440-Megawatt-Anlagen produzierten seit 1973 etwa 11 Prozent des gesamten Strombedarfs der DDR. Ursprünglich sollten die vier berüchtigten Reaktor-Typen der sowjetischen Baureihe 440-230 (ähnlich dem Typ Tschernobyl) in den 90er Jahren auf acht aufgestockt werden – trotz der bekannten Mängel.
Doch schon kurz nach der Wende war entschieden: Die gefährlichen Reaktoren stellen ein Sicherheitsrisiko dar und werden sofort und endgültig abgeschaltet, die weiteren geplanten vier Blöcke gehen nie ans Netz. Die „Stromperle“ der DDR wurde 1990 zur größten Atomruine Europas. Und hinterließ jede Menge Atommüll, der beseitigt werden muss.

Endlager ungelöst
1995 startete deshalb das weltweit größte Demontageprojekt dieser Art: Das Atomkraftwerk Greifswald-Lubmin wird schrittweise zerlegt, 2 Millionen Tonnen kontaminierter Stahl und Beton werden entsorgt und vorerst auf benachbartem Gelände zwischengelagert. Eine langfristige Endlagerlösung ist jedoch nicht in Sicht. Das Areal selbst soll zur grünen Wiese zurückgebaut werden. Mindestens rund 3,2 Milliarden, andere Berichte sprechen sogar von bis zu 6 Milliarden Euro, muss der Steuerzahler für die Folgen dieser energiepolitischen Fehlentwicklung aufbringen.

Zukunft: Sonnenenergie
In 2005, 15 Jahre nach dem Abschalten der Reaktoren, wird wieder Strom in Lubmin erzeugt – inzwischen umweltfreundlich. Auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerkes haben private Investoren jetzt eines der größten Solarkraftwerke Mecklenburg-Vorpommerns gebaut. Die Freiflächenanlage mit einer Leistung von 1,766 MWpeak steht auf der nordöstlichen Seite des Einlaufkanales, der das Werk einst mit Ostseewasser zur Kühlung versorgte. Auf der über 2 Kilometer langen Photovoltaikstrecke gewinnen jetzt 11.040 polykristalline Solarmodule vom Typ BP 3160 Q umweltfreundlichen Strom aus Sonne. Die Sonnen-Einstrahlungswerte für die Region sind gut, besonders erhöht jedoch durch die Reflektion des Sonnenlichts an der Wasseroberfläche des Kanals. Insgesamt werden laut Gutachten jährlich rund 1,5 Mio. kWh Strom ins öffentliche Netz eingespeist, das entspricht einer CO2-Ersparnis von 1.400 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr und kommt so Mensch und Umwelt zugute.

Finanziert wurde die Energiewende an der Ostsee von der UmweltBank. Dabei übernahm die grüne Direkt- und Beraterbank den Fremdkapitalanteil des 7,2 Millionen Euro teuren Solarkraftwerkes. Die Investition rechnet sich – auch langfristig. Nach Ende der Nutzungsdauer der Solaranlage können die Module einfach und umweltfreundlich recycelt werden. Und zukünftige Generationen müssen nicht darunter leiden.

Stand: Frühjahr 2005