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Bericht des Umweltrats über das
Geschäftsjahr 2007

  Umweltrat
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Im Jahr 2007 hat es im Umweltrat einen turnusmäßigen Wechsel der Mitglieder gegeben. Nach dreijähriger aktiver und engagierter Arbeit übergaben Prof. Johannes Hoffmann und Andrea Mayer anlässlich der Hauptversammlung am 27. Juni 2007 den Stab an den neuen Umweltrat. Die vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Mai 2007 berufenen drei neuen Umwelträte sind der UmweltBank zum Teil auch aus der Arbeit im Umweltbeirat schon lange verbunden:

Silke Riedel, Hannover –
Leiterin des Investmentbereiches der imug Beratungsgesellschaft mbH

Joachim Vogel, Hannover –
freiberuflicher Versicherungs- und Umweltsachverständiger

Dr. Burkhard Schulze Darup, Nürnberg –
freiberuflicher Architekt und Autor

Anfang November trat das Gremium dann zur ersten konstituierenden Sitzung zusammen und übernahm von den Vorgängern die satzungsgemäßen Funktionen als Ratgeber und Kontrollorgan. Die Vergabe der Kredite nach den ökologischen Kriterien der UmweltBank wurde geprüft. Die geförderten Projekte und vergebenen Kredite erfüllen die Umweltkriterien der UmweltBank und haben einen deutlichen ökologischen Hebel sowie in ausgewählten Fällen eine Vorbildfunktion. Bis Ende 2007 finanzierte und förderte die UmweltBank 8.899 Projekte aus den Bereichen Sonnenergie, Wind- und Wasserkraft, Biomasse und Biogas, ökologisches Bauen und Sanieren und ökologische Landwirtschaft. Umweltschädliche Engagements lagen auch in 2007 nicht vor.

In den Sitzungen erläuterte der Vorstand die Aktiv- und Passivseite der Bilanz, gab Überblicke über die Verteilung der Kredite und Projektfinanzierungen und stellte ausgewählte Projekte im Einzelnen vor. Deutlich wurde in 2007 vor allem, dass die UmweltBank sich immer mehr zu einem Solarfinanzierer entwickelt und hier in den letzten Jahren eine große Kompetenz und einen breiten Erfahrungsschatz aufgebaut hat, der sich auch in einer sehr starken Beratungskompetenz der einzelnen Mitarbeiter in der Kreditbearbeitung zeigt.

Die Umweltgarantie der UmweltBank, mit dem Geld der Anleger ausschließlich Umweltprojekte zu finanzieren und zu fördern, wurde in vollem Umfang eingehalten.

Die von unseren Vorgängern initiierte externe Prüfung der Liquiditätsreserven der UmweltBank in ökologischer Hinsicht wurde im Auftrag der UmweltBank durch die drei unabhängigen Ratingagenturen scoris, imug und oekom in 2007 fortgesetzt. Die Liquiditätsreserven – auch Depot A genannt – werden überwiegend in europäische Staatsanleihen, deutsche Pfandbriefen und kurzfristige Geldanlagen bei Landes- und Zentralbanken angelegt. Ausgangspunkt für die externe Bewertung waren die allgemeinen Negativkriterien der UmweltBank. Die Ratingagenturen kamen teilweise zu ähnlichen, teilweise zu unterschiedlichen Einschätzungen. Grund hierfür ist eine geringe Operationalisierung der Negativkriterien, da das Hauptaugenmerk der UmweltBank auf den positiven Förderkriterien liegt. Die weitere Umsetzung und Fortschreibung der Ratings wird den neuen Umweltrat auch im kommenden Jahr begleiten.

Ähnliches gilt auch für die Anwendung der UmweltPunkte-Checkliste. Diese musste auf Grund der zahlreichen Änderungen im Energie- und Umweltbereich fortgeschrieben werden. Seitens der UmweltBank wurde die bisherige separate Liste in die drei Anträge zur Baufinanzierung integriert. Ausgangspunkt für die Gestaltung der Förderkonditionen sind energetische und Umweltaspekte. Dadurch kann für ökologisch hochwertige Projekte eine Förderkondition erreicht werden, die um 0,15 Prozentpunkte günstiger ist als bei Niedrigenergiebauweise. Dieser Aspekt der Zusatzförderung zukunftsfähiger Ansätze ist weiterhin ein zentrales Anliegen der UmweltBank. Da weitere Neuerungen, z. B. durch die EnEV 2009 erfolgen werden, wird die Thematik auch bei den nächsten Umweltratsitzungen von Bedeutung sein.

In 2007 wurden neun Titel neu in den UmweltBank Aktienindex (UBAI) aufgenommen. Dieser enthält mittlerweile 37 börsennotierte Aktien aus dem deutschsprachigen Raum. Die Neuaufnahme oder das Delisting von Titeln liegt im Verantwortungsbereich des Vorstands der UmweltBank, der dem Umweltrat auf der jeweils nächsten Sitzung eine Begründung der Veränderung zur Information vorlegt. Der Umweltrat hat ein Einspruchsrecht.

Das gleiche Verfahren gilt für die Veränderung bei den Umweltfonds. Auf der letzten Sitzung haben UmweltBank und Umweltrat gemeinsam entschieden, weitere Nachhaltigkeits- bzw. Umweltfonds mit in die Angebotspalette aufzunehmen, um den Kunden mehr Auswahl bieten zu können.

Am 2. November 2007 fand auch die große gemeinsame Sitzung mit dem Umweltbeirat statt. Hier wurde der alte Umweltrat verabschiedet und wieder im Umweltbeirat aufgenommen, der neue begrüßt. Nach einem Überblick des Vorstandes über die aktuellen Geschäftszahlen, Projekte und Zusammensetzungen des Kreditportfolios gab es zudem einen spannenden Impulsvortrag einer Mitarbeiterin der UmweltBank zu den Chancen und Risiken von Biotreibstoffen. Eine sehr kontroverse Diskussion von ethisch-religiösen bis hin zu rein technischen Argumenten entwickelte sich daraufhin, die gut die unterschiedlichen Positionen auf den Punkt brachte und verdeutlichte, dass es in dieser Debatte kein einfaches Weiß oder Schwarz gibt. Vielmehr handelt es sich bei dieser Technologie um eine Übergangstechnik, so dass der Anspruch an die UmweltBank formuliert wurde, wenn überhaupt, dann zukünftig nur einen kleinen Teil der Projektfinanzierungen diesem Segment zu widmen.

Zusammenfassend bestätigt der Umweltrat, dass er sich im Jahr 2007 ein umfassendes Bild von der Kreditvergabe-Praxis der UmweltBank machen konnte. Die UmweltBank hat mit den Geldern ihrer Kunden satzungsgemäß ausschließlich umweltfreundliche Projekte finanziert bzw. gefördert und die ihren Anlegern und Aktionären gegebene Umweltgarantie eingehalten. Auch die Liquiditätsreserve, die einem ökologischen Rating unterzogen wurde, berücksichtigt die Positiv- und Negativkriterien der UmweltBank.

Der Umweltrat dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der UmweltBank für ihren engagierten Einsatz für die Umwelt und das Klima.

Nürnberg, den 8. April 2008,

für den Umweltrat:
Silke Riedel (Vorsitzende)