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Bericht des Umweltrats über das
Geschäftsjahr 2010

  Umweltrat
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Die Mitglieder des Umweltrats und Umweltbeirats finden Sie hier...

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In 2010 hat es einen turnusmäßigen Wechsel der Mitglieder des Umweltrats gegeben. Nach dreijähriger aktiver und engagierter Arbeit gaben Silke Riedel, Dr. Burkhard Schulze Darup und Joachim Vogel zur Hauptversammlung am 25. Juni 2010 ihr Amt an den neuen Umweltrat ab. Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats drei neue Umwelträte berufen:

Frauke Hammermann, Hamburg,
selbständige Finanzberaterin

Markus Ott, Pfaffenhofen,
Leiter Vertrieb bei Agraferm Technologies AG

Klaus Kiefer, Freiburg,
Abteilungsleiter am Fraunhofer ISE Freiburg (Bereich Qualitätssicherung Photovoltaik-Module und Kraftwerke)

Alle drei sind der UmweltBank bereits lange verbunden: Markus Ott bisher als Umweltbeirat, Frauke Hammermann und Klaus Kiefer jeweils aus ihrer Zusammenarbeit mit der UmweltBank.

 

Das Geschäftsjahr 2010

Am 28.10.2010 trat der neue Umweltrat zur konstituierenden Sitzung zusammen und übernahm die satzungs­gemäßen Funktionen als Kontrollorgan und Ratgeber. Markus Ott wurde für das erste Jahr der Periode zum Vorsitzenden gewählt. Standardmäßig wurden das Kreditgeschäft, das Anlagegeschäft sowie die Betriebsökologie der Bank selbst hinsichtlich der ökologischen Kriterien der UmweltBank des laufenden Jahres überprüft. Der Vorstand erläuterte entsprechend Aktiv- und Passivseite der Bilanz, gab im Risikobericht eine Analyse und Aufschlüsselung über Anlageprodukte und Kredite und legte deren Einstufung in ökonomische und ökologische Bonitäten dar. Mit der Sitzung am 25.03.2011 lagen die abschließenden Daten für das Jahr 2010 vor.

Bis Ende 2010 finanzierte die UmweltBank 13.700 Kreditprojekte im Umweltbereich. Zahlenmäßiger Schwerpunkt war dabei unverändert die Finanzierung von privaten und gewerblichen Photovoltaik-Anlagen, gefolgt vom ökologischen Bauen. Beides zusammen macht über 95 Prozent der Engagements und 57 Prozent des Kreditvolumens aus (bereinigt um die Liquiditätsreserve Depot A). Ergänzt werden diese Bereiche um Wind- und Wasserkraft, Biomasse, Biogas sowie ökologische Landwirtschaft. Damit lag auch in 2010 kein umweltschädliches Engagement vor. Die durchschnittliche ökologische Bonität betrug 1,2 auf einer Skala von 1 bis 5, also ökologisch sehr fördernd im Sinne des bankeigenen Ratings (Vorjahr: 1,2).

Die Liquiditätsreserven der UmweltBank (Depot A) werden unverändert in Pfandbriefen, Inhaberschuldverschreibungen bonitätsstarker Emittenten und kurzfristigen Geld- und Terminanlagen bei Landes- und Zentralbanken angelegt. Sie wurden auch dieses Jahr fortführend durch drei unabhängige Ratingagenturen bewertet, die zu mehrheitlich ähnlichen, teilweise auch unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Ausgehend von der ökologischen Ratingskala der UmweltBank, ergibt sich eine insgesamt positive Durchschnittsbewertung.

Die Umweltgarantie der UmweltBank, mit dem Geld der Anleger ausschließlich ökologische Projekte zu finanzieren und zu fördern, wurde also in vollem Umfang eingehalten.

Auch was die eigene Betriebsökologie betrifft, wurden die Maßstäbe erfüllt. Obwohl die Bilanzsumme um 18 Prozent, die Kundenzahl um 8 Prozent und die Mitarbeiterzahl um 3 Prozent zunahmen, sanken die Verbräuche an Papier, Strom und Wasser sowie das Abfallaufkommen unter das Niveau des Vorjahres. Allerdings stiegen der Verbrauch an Heizenergie sowie der Geschäftsverkehr an. Ersteres ist dem langen Winter geschuldet, letzteres dem Wachstum der Geschäftstätigkeit, wobei der Anteil an Bahnreisen auf rund 84 Prozent ausgeweitet wurde. Die CO2-Einsparung der Geschäftstätigkeit in 2010 betrug schließlich netto 1,83 Mio. Tonnen, 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahl belegt eindrucksvoll den großen Umweltfördereffekt der Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Schwerpunktthemen

Ein erster fachlicher Schwerpunkt des neuen Umweltrats war die Bewertung der Finanzierung von Biogas-Projekten durch die UmweltBank. Sie wurde vom Vorstand angesichts des Wachstums in der Biogas-Branche und angesichts einer kontroversen Diskussion der Technologie in der Leserschaft der Bank & Umwelt angeregt. Immerhin betrug das Darlehensobligo für Biogas-Projekte 80 Mio. EUR Ende 2010.

Die Besichtigung einer Biogasanlage (Landmaschinenschule Triesdorf, Bayern) sowie die intensive Diskussion mit Betreibern und intern im Umweltrat machten deutlich, wie komplex und damit auch unterschiedlich Biogas-Projekte in der Praxis sein können. Der Umweltrat regte daraufhin die Schaffung einer Kriterien-Matrix für die Bewertung der satzungsgemäßen Kreditwürdigkeit von Biogas-Projekten an. Sie ist inzwischen erfolgt und wird derzeit bei der Kreditvergabe getestet.

Umweltrat und Umweltbeirat

Die gemeinsame Sitzung mit dem Umweltbeirat fand am 29.10.2010 statt. Hier wurde dem alten Umweltrat für seine Arbeit gedankt sowie der neue begrüßt. Neben der Vorstellung der Geschäftszahlen und des entsprechenden Berichts des Vorstands waren Photovoltaik sowie Solarthermische Großanlagen zentrales Thema der Sitzung. In zwei kompetenten Fachvorträgen ging es um den Stand der Technik, aktuelle Entwicklungen sowie zukünftige Projekte wie Desertec. Nach intensiver Diskussion waren sich Umweltrat und Umweltbeirat einig, dass die Photovoltaik angesichts ihrer Entwicklung in den letzten Jahren und ihrer Bedeutung in der Zukunft weiter ein Schwerpunkt der Arbeit der UmweltBank bleiben muss.

Zusammenfassung

In der Gesamtsicht auf das Jahr 2010 stellt der Umweltrat fest, dass er sich ein umfassendes Bild über die Geschäftspraxis der UmweltBank machen konnte. Die UmweltBank hat auch im Rekordjahr 2010 mit den Geldern ihrer Kunden satzungsgemäß ausschließlich umweltfreundliche und ökologische Projekte finanziert.

Die Umweltgarantie gegenüber Anlegern und Aktionären wurde eingehalten. Selbst die Liquiditätsreserve, die einem ökologischen Rating unterzogen wurde, ist überwiegend positiv zu bewerten.

Der Umweltrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der UmweltBank für ihr Engagement.

Nürnberg, den 14. April 2011

 

für den Umweltrat:
Markus Ott (Vorsitzender)