Einzigartiges Ökosystem
In den tropischen Breiten sind die Küsten natürlicherweise auf weiten Strecken von Mangroven gesäumt. Diese wachsen in Uferzonen und Flussmündungen, die durch den Wechsel von Ebbe und Flut unterschiedlichen Arten Lebensraum bieten. Durch ihre gitterartig wachsenden Luftwurzeln trotzen sie dem Sedimentabbau, mildern die Gewalt von Taifunen und schützen das Hinterland vor starkem Wellenschlag.
Zerstörung durch Raubbau
Der Mangrovengürtel rund um die im Golf von Davao / Philippinen gelegene Samal Island ist in den vergangenen Jahrzehnten stark dezimiert worden. Zum großen Teil fanden die im Salzwasser wachsenden und dadurch gegen Schädlinge resistenten Stämme als Bauholz Verwendung, während die Wurzeln zu Holzkohle verarbeitet wurden.
Der exzessive Raubbau minimierte die Brutstätten für den Fischnachwuchs. In der Folge besserten die örtlichen Fischer ihre schrumpfenden Fangerträge durch Dynamitfischerei auf. Diese illegale Praxis schädigte nicht nur die Korallenriffe, sondern dezimierte zusätzlich die Zahl der Meeresbewohner und den Mangrovenbestand. So wurde nicht nur den Meeresbewohnern ihr Lebensraum, sondern auch der Küstenbevölkerung ihre Existenzgrundlage entzogen.
Wiederaufforstung seit 2003
Seit einigen Jahren stehen die Mangroven auf den Philippinen unter Naturschutz, allerdings fehlen den örtlichen Behörden die finanziellen Mittel für eine systematische Wiederaufforstung. Ulrich Kronberg, 2. Vorsitzender von Rettet den Regenwald e.V., hat 2003 das Mangrovenprojekt auf Samal Island ins Leben gerufen. Er verbringt einen großen Teil des Jahres selbst auf der Insel und ist somit die treibende Kraft hinter der Wiederaufforstung. Er arbeitet bei der Mangrovenaufzucht mit der staatlichen Naturschutzbehörde zusammen, dies steigert die Akzeptanz bei der Bevölkerung erheblich.
Aufforstung im Einklang mit den Bewohnern
Dazu gehört, dass die lokalen Fischer in die Aufforstung mit eingebunden werden. Sie sammeln Samen von Mangroven und bessern damit ihr Einkommen auf. In zwei Baumschulen sorgen „Mangrovenwirte” für die Aufzucht der Setzlinge. Wenn diese etwa 30 Zentimeter erreichen, finden die Mangroven in großangelegten Pflanzaktionen ihren endgültigen Platz. Bewohner, Fischer, Schüler und Studenten der Highschools beteiligen sich an der Auswilderung. So können bis zu 2.500 Setzlinge an einem Tag gepflanzt werden. Eine ehrenamtliche Organisation mit Kronberg und vier Einheimischen überwacht vor Ort die ordnungsgemäße Verwendung der für die Aufzucht verteilten Gelder.
Ziel: 600.000 neue Mangroven
Bislang sind um Samal Island und im Golf von Davao etwa 165.000 Mangroven gesetzt worden, weitere 600.000 sollen folgen. Ziel ist es, einen Mangroven-Bestand wie vor 20 Jahren wieder zu erreichen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass durch die weltweite Meeresverschmutzung, Treibholz und Stürme ein Teil der Setzlinge ausgerissen wird und nachgepflanzt werden muss.
Die Wiederherstellung eines aktiven Mangrovengürtels mit unterschiedlichen Mangrovenarten ist von immenser Bedeutung für die Region. 2010 zählte die philippinische Umweltbehörde in diesem Biotop 27 Vogel- und 26 Fischarten, sowie zahlreiche Krabben-, Krebs- und Muschelarten. Mit den vorgelagerten Seewiesen und Korallenbänken bildet der Mangroven-Küstenstreifen die Kinderstube für die Vielfalt des maritimen Lebens: Schätzungen zufolge wachsen zwei Drittel aller im Meer lebenden Fischarten im Schutz von Mangroven auf.
Rettet den Regenwald e.V.
Die Organisation „Rettet den Regenwald” setzt sich aktiv für den Erhalt der Regenwälder, ihre Bewohner und soziale Reformen in den betroffenen Regionen ein. Neben Protestkampagnen gegen Raubbau, umweltzerstörende Ausbeutung von Bodenschätzen, den Bau von Großstaudämmen und die Waldzerstörung zugunsten von Monokulturen wie Palmölplantagen unterstützt „Rettet den Regenwald” Basisgruppen in Regenwaldländern und fördert Aufforstungsprojekte sowie den Ankauf von Regenwaldflächen. Die UmweltBank – und mit ihr jeder neue Kunde – unterstützt „Rettet den Regenwald” seit Anfang 2012.
www.regenwald.org
Frühere Aktionen:
Bäume für Borneo / WWF (2008-2011)
Bäume für Mali / Deutsche Welthungerhilfe (2003-2007)
Bäume für den Schwarzwald / Wald in Not (2000-2002)
UNESCO-Projektschulen (1999)
Bäume für den Zukunftswald 2000 / BUND (1997-1998)
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Die Mangroven sind Lebensraum für zahlreiche Vogelarten.

Freiwillige unterstützen die Pflanzung der Setzlinge.

Typischer Mangrovenwald mit Stelzwurzeln.
Bildquelle: Rettet den Regenwald e.V.
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