Besuch bei der Langenburger Schafkäserei
|
|

Die Schafherde beweidet 50 Hektar Wiesen- und Ackerflächen rund um Langenburg.

Das Hofgelände der Langenburger Schafkäserei.

Der 2006 neu gebaute Schafstall in Holzbauweise.

Berit und Norbert Fischer, Gründer und Inhaber der Langenburger Schafkäserei.
|
 |
Jedes Jahr besichtigen die Mitarbeiter der UmweltBank im Rahmen ihres gemeinsamen Betriebsausfluges ein sehenswertes ökologisches Projekt. 2005 stand ein Besuch von Berit und Norbert Fischers Langenburger Schafkäserei auf dem Programm. Ein heutiger Blick auf den Bio-Hof zeigt: Sechs Jahre nach der Vor-Ort-Begehung hat er sich enorm weiterentwickelt.
Vor 27 Jahren stellten Berit und Norbert Fischer ihren ersten eigenen Schafkäse her. Was zunächst mit 2 Milchschafen für den Eigenbedarf begann, ist inzwischen auf eine Herde von über 200 Tieren plus Nachzucht angewachsen. Innerhalb kurzer Zeit begeisterten sich immer mehr Kunden für die in Demeter-Qualität erzeugten Spezialitäten der Schafkäserei. Heute reicht die Produktpalette von Frischkäse über Ricotta und Camembert bis zum edlen Blauschimmelkäse. Verkauft wird im eigenen Hofladen, auf Wochenmärkten, an die regionale Gastronomie und per Direktversand.
Besuch der UmweltBank
In die Geheimnisse eines guten Schafkäses wurden die Mitarbeiter der UmweltBank direkt vor Ort eingeweiht: Im Rahmen ihres Betriebsausflugs 2005 führte sie das Ehepaar Fischer über das Betriebsgelände. Bei der anschließenden Verkostung konnten sich die Mitarbeiter von der hohen Qualität der handgearbeiteten Schafmilch-Produkte überzeugen.
Ökologischer Neubau
Bereits 2004 erreichte Familie Fischer den Punkt, an dem sie die stetig steigende Nachfrage nach ihren Produkten in den beengten Räumlichkeiten ihres gepachteten Hofes nicht mehr bewältigen konnte – eine Hoferweiterung war damit beschlossene Sache. Zwei Jahre später bezog die Schafkäserei ihren neuen Bauernhof vor den Toren Langenburgs im nördlichen Baden-Württemberg. Mit Dachbegrünung, Wärmedämmung und Blockheizkraftwerk stand die ökologische Qualität auch beim Neubau im Mittelpunkt.
Zinsen in Form von Schafkäse
Die finanziellen Mittel für das Bauvorhaben erzielte der Familienbetrieb durch die Emission von Genussrechten, zu deren Zeichnern auch die UmweltBank zählte. Seitdem wird die jährliche Ausschüttung der Zinsen von den UmweltBank-Mitarbeitern erwartungsvoll herbeigesehnt – sie erfolgt nämlich in Form von Bio-Schafkäse, der unter den Mitarbeitern aufgeteilt wird. Inzwischen hat die Käserei bereits die Marke von 100 Genussrechts-Zeichnern überschritten und sichert sich damit fortlaufend Kapital für die weitere Entwicklung des Hofes.
50 Hektar Weidefläche
Die Schafherde der Familie Fischer beweidet insgesamt 50 Hektar Wiesen- und Ackerflächen rund um Langenburg. Dabei wird den Tieren bei weitem nicht nur die Rolle von Milchlieferanten zuteil. "Die Landschaftspflege durch unsere Schafe ist – insbesondere auf den zunehmend brachliegenden Steilhängen – von großer Bedeutung für den Erhalt der Naturlandschaft des Jagsttals", betont Norbert Fischer. Das bei Wanderern beliebte Gebiet entlang der Jagst mit seinem Zusammenspiel von engen Tälern und steilen Hängen bietet Lebensraum für eine Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten.
Ausbildung von Nachwuchs-Landwirten
Unterstützung bei ihrer Arbeit auf dem Hof erhalten Berit und Norbert Fischer regelmäßig durch Studenten der Agrarwissenschaften, die für einige Monate ein Praktikum absolvieren. "Die ökologische Ausbildung junger Leute liegt uns besonders am Herzen", so Norbert Fischer. Auch zwei der drei Kinder des Ehepaars Fischer haben sich den Schafen verschrieben: die jüngste Tochter absolviert derzeit die Ausbildung zur Schäferin, der älteste Sohn hat diese bereits erfolgreich abgeschlossen und arbeitet auf dem Hof seiner Eltern.
Behutsames Wachstum
Der Blick in die Zukunft zeigt weitere spannende Optionen. So fragen die Kunden immer wieder nach einem eigenen Hofcafé. Auch ein weiterer Ausbau des Schafstalls wäre für Familie Fischer vorstellbar. Auf eine Bedingung für weiteres Wachstum legt sie jedoch besonderen Wert: Es muss behutsam und im Einklang mit den ökologischen und personellen Kapazitäten der Schafkäserei verlaufen. "Unser Hof ist eine Art Keimzelle, die langsam, aber stetig wächst", erläutert Norbert Fischer.
www.schafskaese.com
Stand: Dezember 2011
|
|
|