01.03.2010: Umweltaktien-Wochenrückblick

Wochenrückblick: SolarWorld AG meldet Gewinneinbruch – SOLAR MILLENNIUM AG versechsfacht den Umsatz

Der DAX hat in der vergangenen Woche 2,2 Prozent auf 5.598 Punkte nachgegeben. Der US-amerikanische Dow Jones verlor 0,8 Prozent auf 10.325 Punkte. Der japanische Nikkei blieb stabil bei 10.126 Punkten. Das Barrel Öl der Sorte Brent Crude Oil verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 77,70 US-Dollar. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ fiel um 2,5 Prozent auf 7.232 Dollar. Der Euro sank gegenüber dem US-Dollar um 0,2 Prozent auf 1,362 Dollar.

Windaktien

Für die französische Akuo Energy SAS soll die Hamburger REpower Systems AG 25 Windkraftanlagen mit je zwei Megawatt (MW) Leistung an drei Windparks in der Region Champagne-Ardenne liefern. Zum finanziellen Rahmen der Order machten die Vertragspartner keine Angaben. Die Lieferung der ersten sechs Windräder ist für Juli 2010 vorgesehen. Weitere Lieferungen sollen 2011 erfolgen.

Solaraktien

Einen Gewinneinbruch um 42 Prozent im Geschäftsjahr 2009 hat die Bonner SolarWorld AG gemeldet. Das EBIT ist dem Solarkonzern zufolge im vergangenen Jahr von 263,3 Millionen auf 151,8 Millionen Euro geschrumpft. SolarWorld erklärte den Rückgang mit dem Preisverfall bei Solarmodulen. Der Konzernumsatz überschritt die Milliardengrenze. Bei Vollauslastung der Produktionskapazitäten wuchs der Umsatz von zuvor 900,3 Millionen auf 1,01 Milliarden Euro und übertraf damit die Prognose des Vorstandes. SolarWorld will nach eigenem Bekunden die Produktionsmenge weiter steigern und das Umsatzniveau von einer Milliarde Euro in 2010 überschreiten.

Leicht gesunken ist das operative Ergebnis des Solarausrüsters centrotherm photovoltaics AG aus Blaubeuren. Das EBIT erreichte im vergangenen Jahr 52,7 Millionen Euro nach 55,7 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz wuchs um 35,9 Prozent auf 509,1 Millionen Euro. Die Gesamtleistung stieg auf 536,3 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 383,7 Millionen Euro. Für 2010 geht centrotherm photovoltaics von einem weiteren Wachstum aus und erwartet einen Umsatz von 550 bis 580 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte zum Jahresende einen Auftragsbestand von 790 Millionen Euro.

Nach vorläufigen Zahlen hat der Berliner Solarkonzern SOLON SE das vergangene Jahr mit einem EBIT-Verlust in Höhe von 195 Millionen Euro abgeschlossen. Das Ergebnis pro Aktie sank auf negative 22,00 Euro (2008: 2,61 Euro). EBIT und Nettoergebnis waren massiv durch Sondereffekte belastet. Diese resultierten laut SOLON insbesondere aus Wertberichtigungen auf Finanzanlagen, aus Vermögenswerte von Tochtergesellschaften in Höhe von 122 Millionen Euro und aus Abschreibungen auf Vorräte in einem Umfang von 60 Millionen Euro. Beim Konzernergebnis inklusive Sondereffekten belief sich der Fehlbetrag auf 276 Millionen Euro. Der Jahresumsatz brach um 57 Prozent auf 354 Millionen Euro ein.
Die Nettoverschuldung wurde leicht zurückgeführt, von 379 Millionen auf 345 Millionen Euro. Die derzeit mit den Kredit gebenden Banken geführten Verhandlungen zur Neustrukturierung der mittelfristigen Konzernfinanzierung dauern den Angaben zufolge noch an, „werden aber voraussichtlich bis Ende des ersten Quartals 2010 abgeschlossen sein“. Laut dem Solarkonzern wurde 2009 ein positiver operativer Cashflow in Höhe von rund 90 Millionen Euro erwirtschaftet. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der SOLON-Vorstand mit einem starken Anziehen der weltweiten Nachfrage nach Solartechnik bei einem langsameren Rückgang der Verkaufspreise als im zurückliegenden Jahr. Ziel sei die Rückkehr zu einem Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich sowie das Erreichen eines ausgeglichenen operativen Ergebnisses. Den vollständigen Geschäftsbericht 2009 wollen die Berliner am 31. März 2010 veröffentlichen.

Der Hamburger Projektierer COLEXON Energy AG errichtet ein Solarkraftwerk in Italien. Die Anlage soll eine Spitzenleistung von knapp einem MW erreichen und entsteht dem Unternehmen zufolge in der norditalienischen Gemeinde Imola. Sie werde voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2010 fertig gestellt. COLEXON hofft auf weitere Projekte in Italien, um so trotz Änderung der Einspeisevergütung in Deutschland weiter wachsen zu können.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat der hessische Solartechnikhersteller SMA Solar Technology AG einen Rekordumsatz von rund 934 Millionen Euro erzielt. Das geht aus den vorläufigen Zahlen der Gesellschaft für 2009 hervor. Damit wurde die Umsatzprognose von 850 bis 900 Millionen Euro übertroffen. Im Vorjahr hatte der weltweite Marktführer unter den Anbietern von Wechseltrichtern für Solaranlagen 682 Millionen Euro Umsatz erreicht. Für 2010 rechnet der SMA-Vorstand mit einer Umsatzsteigerung auf 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro.
Das EBIT stieg wie der Umsatz um rund 36 Prozent auf 228 Millionen Euro. Die Gewinnmarge blieb mit 24,4 Prozent stabil. Für 2010 prognostiziert die Führung der SMA einen Rückgang der EBIT-Marge von 20 bis 23 Prozent. Die zunehmende Internationalisierung, höhere Wettbewerbsintensität und die stärkere Degression der Einspeisevergütung in Deutschland dürften zu einem erhöhten Kostendruck führen, hieß es. 2009 sei es gelungen, die Marktposition erneut auszubauen und den weltweiten Marktanteil von 38 auf über 40 Prozent zu steigern. Der Vorstand rechne damit, diesen Anteil in 2010 zu halten. Den vollständigen und geprüften Jahresabschluss 2009 will SMA am 31. März 2010 vorlegen.

Die Erlanger SOLAR MILLENNIUM AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 ihren Umsatz mehr als versechsfacht. Er stieg im Vergleich zu 2007/2008 von 32 auf 153,3 Millionen Euro. Das EBIT der Spezialistin für solarthermische Kraftwerke sprang um knapp 20 Millionen auf 31,1 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss stieg um mehr als 260 Prozent auf 24 Millionen Euro.

Wesentlich für die Umsatzsteigerung waren laut SOLAR MILLENNIUM AG Anteilsverkäufe. So seien neben den Anteilen an der Marquesado Solar S.L., der Projektgesellschaft des im Bau befindlichen Kraftwerks Andasol 3, auch Anteile der Projektgesellschaft Ibersol Electricidad Solar Ibérica S.L veräußert worden. Einen Sondereffekt von 48 Millionen Euro habe zudem der seit Herbst vergangenen Jahres geplante Verkauf der restlichen Anteile (jeweils 25 Prozent) an den Projekten Andasol 1 und 2 an die spanische ACS/Cobra-Gruppe erbracht. Ein weiterer Eckpfeiler der Bilanz sei der ebenfalls im vergangenen Herbst aufgelegte Fonds zu Andersol 3 gewesen. Überdies habe im Falle von Andersol 3 erstmals auch die Projektentwicklung den Umsatz gesteigert.
Der Konzernspitze zufolge stehen SOLAR MILLENNIUM im laufenden Geschäftsjahr zusätzliche liquide Mittel in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung. Für das laufende Geschäftsjahr 2009/2010 strebt sie einen Gesamtumsatz von 350 Millionen Euro und ein EBIT von 45 Millionen Euro an.

Bioaktien

Die Kartellbehörden haben die Übernahme der Aktienmehrheit an der Schweizer Biokraftstoff-Spezialistin BIOPETROL INDUSTRIES AG durch die Glencore International AG genehmigt. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hatte sich Glencore mit dem bisherigen Mehrheitsaktionär geeinigt, in einem ersten Schritt 50 Plus plus eine Aktie zu übernehmen. Darüber hinaus bestehe nunmehr die Option, die Beteiligung auf eine Zwei-Drittel-Mehrheit aufzustocken, teilte die auf Rohstoffhandel spezialisierte Unternehmensgruppe mit. Über den Kaufpreis sowie über die Einzelheiten der vertraglichen Vereinbarungen sei Stillschweigen vereinbart worden.

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Der Text spiegelt die Meinung des Autors/der Redaktion des ECOreporter und nicht unbedingt die der UmweltBank AG, Nürnberg, wider.

Bemerkung der UmweltBank AG: Dies ist ein Auszug aus dem ECOreporter.de Wochenrückblick, bezogen auf die Werte, die im UBAI vertreten sind.


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